Spanisches Atomkraftwerk spielt Störfall herunter

Ein Atomkraftwerk im Nordosten Spaniens muss mit Sanktionen des nationalen Rates für Reaktorsicherheit (CSN) rechnen, nachdem es einen Störfall als "unbedeutend" abgetan hatte.

Das Kernkraftwerk des spanischen Energieriesen Endesa in der Provinz Tarragona habe "unvollständige" und falsche Informationen über den Austritt radioaktiver Strahlung bei Wartungsarbeiten am 26. November geliefert, erklärte das Gremium am Dienstag. 

Der CSN habe bei einem Kontrollbesuch Anfang April festgestellt, dass das Ausmaß der Strahlung "hundertmal stärker" war, als von Endesa angegeben, erklärte ein CSN-Vertreter der spanischen Tageszeitung "El Pais". 

Unbedeutender Störfall? Jetzt soll die Bevölkerung untersucht werden

Die Auswirkungen für die Bevölkerung in der Umgebung des Atomreaktors Asco I seien aber nahezu belanglos und unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten für die Angestellten des Atomkraftwerkes, teilte der CSN mit. 

Dennoch stufte er den Zwischenfall von Stufe eins auf Stufe zwei der internationalen Skala für atomare Störfälle hoch. Die Skala hat insgesamt sieben Stufen.

Endesa will nun laut CSN rund 700 bis 800 Menschen untersuchen, die sich seit dem Störfall in oder in der Nähe des Atomreaktors aufgehalten haben. Bei den bislang 579 untersuchten Menschen seien keine Spuren von Radioaktivität entdeckt worden.