FC Barcelona: Iniesta kaputt, Fans pfeifen, Neymar und Luis Enrique beleidigt – und Bayer verliert

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Nach dem mühsamen 2-1 gegen Bayer Leverkusen ist man ein bisschen ratlos beim großen FC Barcelona. Denn die Fans hatten zwischenzeitlich gepfiffen – und das nur vier Monate nach dem grandiosen Gewinn des Triples.

Fakt ist aber, dass Barca gegen Bayer klar unterlegen war. Marc-André ter Stegen sah wie seine komplette Abwehr beim Führungstor Leverkusens nicht gut aus, was die ersten Pfiffe provozierte. Auch die Darbietungen von Jeremy Mathieu und Gerard Piqué kamen nicht sehr gut an. Und Neymar? Verlor glatt 32 Mal den Ball. Mehr denn je. Trainer Luis Enrique nahm ihn dennoch in Schutz: “Für mich hat er heute gut gespielt. Die Medien irren sich: Neymar muss nicht deshalb besser spielen, weil Messi fehlt. Wir sind ein Team, und unsere Spieler geben immer alles, sie machen ihre Arbeit sehr gut. Sie können sich aber nicht aussuchen, ob sie an einem Tag mehr oder weniger Tor schießen wollen.”

Luis Enrique: “Wir könnten ein bisschen mehr Enthusiasmus von den Rängen schon ganz gut gebrauchen”

Und so gab Luis Enrique nach dem Spiel ein wenig die beleidigte Leberwurst: “Dieses Team hat die Pfiffe nicht verdient, wir haben uns in der letzten Saison genug Respekt erspielt. Sollte man jedenfalls meinen. Das Team verdient einen größeren Kredit. Wir könnten ein bisschen mehr Enthusiasmus von den Rängen schon ganz gut gebrauchen. Wenn wir dieses Spiel nicht gewonnen hätten, wären wir jetzt nicht Tabellenführer unserer Gruppe. Ich hatte schon vorher gesagt, dass diese Gruppe sehr stark und kompliziert sein würde.”

Und der Coach erklärte zahlenden Fans auch gleich noch, wie sich beim nächsten Besuch im Camp Nou zu verhalten haben: “Wir brauchen die Hilfe der Fans, wenn wir im Rückstand liegen, nicht erst dann, wenn es 2-1 steht.” So einfach könnte das Leben also sein, wenn man nicht beim FC Barcelona spielen müsste. Luis Enrique weiter: “Wenn das Team nicht rennt, gut, dann kann man pfeifen. Aber alle haben sich richtig angestrengt.”

“Ich weiß auch nicht, wieso wir auf einmal so viele Verletzte haben, so ist halt das Leben”

Vielleicht war ja auch genau dies das Problem der Fans. Viel guter Wille, kaum Inspiration – das klingt eben nicht nach Barca. Jedenfalls nicht nach dem Barca, das die Leute lieben. Seit Pep Guardiola jedenfalls. Nicht erst seit Luis Enrique.

Nicht einfach wird die Situation der Blaugranas durch die Verletzung von Andres Iniesta, der sich einen Faserriss im Oberschenkelmuskel zuzog und wohl vier bis sechs Wochen lang ausfallen wird. Am Ende könnte Iniesta sogar länger fehlen als Leo Messi, der gegen Bayer schmerzlich vermisst wurde. Am Ende des Spiels riefen die Fans sogar seinen Namen – als könnten die Sprechchöre das Heilfleisch des Argentiniers befeuern, ein paar Tage schneller das gerissene Innenband wieder zu reparieren. Luis Enrique: “Ich weiß auch nicht, wieso wir auf einmal so viele Verletzte haben, so ist halt das Leben.”

Unterm Strich eine durchwachsene Leistung Barcas also, das dann allerdings nur zwei starke Minuten brauchte, um die Überlegenheit Bayers in einen eigenen Sieg zu verwandeln. Und: Die Tore schoss erst die Abteilung Nachwuchs in Gestalt von Sergi Roberto, dann traf auch noch Luis Suarez nach einer schönen Vorarbeit von Munir.

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