Wer sich für Glücksspiel im Internet interessiert, der wird festgestellt haben, dass sich in den letzten Jahren einiges verändert hat, was die Gesetzeslage angeht. So wurden kürzlich Online Casinos legal, auch in Jurisdiktionen, wo das bisher nicht der Fall war. So waren Live Casinos Schweiz und Deutschlandweit lange Zeit komplett verboten oder nur unter starken Auflagen zugelassen. Die neuen Gesetze bieten hier mehr Spielraum für die Betreiber und eine besser regulierte Spielindustrie für die Nutzer. So gesehen gewinnen hier alle, und zwar nicht nur am Spieltisch. Interessiert Sie dieses Thema? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie hier zusammengetragen. 

Wie war es denn bisher? 

In Europa haben sich viele Regierungen lange gegen legales Glücksspiel gesträubt. Durch Videostreamingtechnologie und viele andere Fortschritte im Bereich Online hat sich die Glücksspielindustrie aber so stark verändert und ausgeweitet, dass man heutzutage kaum daran vorbeikommt. Einige Länder haben das früh erkannt. So hat Malta bereits 2004 das Betreiben eines Casinos auf Distanz zugelassen. Dazu kam ein einfaches Beantragungsverfahren und günstige steuerliche Bedingungen. Viele Betreiber von Online Casinos machten sich das zunutze, um in Europa Glücksspiel im Internet anzubieten. Als Mitgliedsland der EU bietet Malta den dort ansässigen Firmen Zugang zum Europäischen Wirtschaftsraum, weswegen die meisten Lizenzen früher aus Malta kamen. 

Curaçao – der entfernte Cousin 

Auch in der Karibik war man sich dieser Umstände bisher bewusst. Die Inselnation Curaçao bietet durch eine gemeinsame Geschichte mit den Niederlanden ebenfalls die Möglichkeit, im Schengenraum wirtschaftlich aktiv zu sein. Dazu gehört natürlich eben auch das Glücksspiel. Die hiesige Behörde für Glücksspiel hat sich besonders darauf konzentriert, ein besonders schnelles und unkompliziertes Verfahren zur Beantragung einzurichten. Dabei wird aber dennoch sehr großer Wert auf die Prüfung der Antragsteller gelegt. Wer eine Lizenz aus Curaçao besitzt, verfügt über geeignetes Personal und ausreichende Geldmittel. In der Vergangenheit war die Insel Maltas größter Konkurrent. Die Lizenzen bedeuten nämlich Steuereinnahmen für diese Länder. 

Deutschland ändert den Kurs 

Die deutsche Bundesregierung folgte lange Zeit einem verwirrenden Kurs, da Glücksspiel in der Vergangenheit per Gesetz offiziell komplett verboten war. Das galt natürlich auch für Online-Glücksspiel. Dennoch gibt es in der Bundesrepublik immer mehr Casinobetreiber mit zum Beispiel Spielautomaten. Der Bundestag erließ dann also im Jahre 2021 ein neues Glücksspielgesetz, das das Anbieten von Glücksspiel im Internet offiziell legal macht. Jetzt kann man also eine deutsche Lizenz erwerben, was für deutsche Spieler zusätzliche Sicherheit bedeutet. Einige Auflagen gibt es dennoch. Tischspiele wie Roulette, Poker und Baccarat dürfen zum Beispiel nicht angeboten werden. Außerdem gibt es ein Einzahllimit von 1.000 Euro. 

Die Lage in der Schweiz 

In der Eidgenossenschaft hat sich im Jahre 2019 einiges für die Glücksspielindustrie geändert. Man darf jetzt offiziell Glücksspiel anbieten und nutzen. Allerdings gilt das nur, wenn der Betreiber in der Schweiz ansässig ist. Für Schweizer Bürger ist es demnach illegal, bei Anbietern zu spielen, die nicht in der Schweiz sind. Für die Lizenz muss der Casinobesitzer eine Konzession beim Bund beantragen. Dieses Verfahren ist dazu gedacht, den Markt strikt zu kontrollieren. Spielerschutz und der Schutz von Kindern und Minderjährigen steht im Vordergrund. Zu den zusätzlichen Steuereinnahmen, die aus diesem Zweig neu entstehen, sagt die Regierung natürlich auch nicht Nein. 

Großbritannien und das Online-Glücksspiel 

In Großbritannien wird die Spielindustrie von der Great Britain Gambling Comission (GBGC) betreut. Diese leidet oftmals unter der Kritik, dass die meisten Regulierungen, die heute zur Anwendung kommen, noch aus dem Jahre 2005 stammen. Damals war noch nicht deutlich, was man vom Glücksspiel im Internet erwarten konnte. Die Kommission hat sich aber in den letzten Jahren als besonders findig erwiesen, wenn es um den Schutz des Spielers geht. Sie hat es zum Beispiel verboten, Konten bei Casinos per Kreditkarte aufzufüllen. Außerdem wurden Funktionen wie Bonus Buy, Autoplay und Turbobutton abgeschafft. Der Spieler erhält so mehr Kontrolle über das eigene Verhalten beim Glücksspiel. 

Die Niederlande 

Seit dem ersten Oktober 2021 sind Online-Glücksspiel und Sportwetten in den Niederlanden legal. Die Regierung kam zu dem Schluss, dass ein reines Verbot von Glücksspielen im Zeitalter des Internets praktisch nicht mehr möglich ist, und hat sich stattdessen zu einem regulierten Glücksspielmarkt entschieden. Der Prozess zur Beantragung gilt als relativ strikt und zeitaufwändig. Dennoch mangelt es nicht an Interessenten. Auf der anderen Seite haben sich durch diese Entwicklung manche Anbieter auch dazu entschieden, ihr Angebot künftig nicht mehr für Spieler aus den Niederlanden zur Verfügung zu stellen. Diese sind dann also zumindest fürs Erste auf die Betreiber vor Ort angewiesen. 

Wie man sieht, hat sich der Markt für Glücksspiel schnell und drastisch gewandelt. Im Allgemeinen ist das sicherlich positiv für die Spieler. Man kann sich auf eine besser regulierte Industrie freuen und muss sich weniger Sorgen über unseriöse Anbieter machen. Auf der anderen Seite muss man aber an mancher Stelle auf bisher gewohnte Angebote verzichten. Für professionelle Glücksspieler wird die neue Situation daher einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Für den Fall eines Rechtsstreits ist es aber sicherlich beruhigend zu wissen, dass der Anbieter sich im selben Land befindet und man sich auch bei größeren Konflikten der eigenen Sprache bedienen kann.