Der Kugelschreiber ist vermutlich das am häufigsten genutzte Schreibgerät der Welt. Kugelschreiber gibt es bereits seit den 1940er Jahren. Der Kugelschreiber überzeugt durch sein kompaktes Design und die wisch- und wasserfeste Tinte. Doch wie funktioniert ein Kugelschreiber und wie verlief seine Entwicklung bis zum heutigen Massenprodukt?

Die Kugelschreiber heute

Heute sind Kugelschreiber sehr viel mehr als ein Schreibgerät. Je nach Preislage kann er auch eine Geldanlage oder ein Statussymbol sein. Firmen setzen Kugelschreiber gezielt als Werbeträger ein. Die Möglichkeit, Kugelschreiber bedrucken zu lassen, bietet Firmen die Möglichkeit, kostengünstig Werbematerial herzustellen. Der Erfolg des Kugelschreibers als Schreibgerät beruht auf seinem praktischen Nutzen: Er ist leicht, klein, kann überall hin transportiert werden und verschmiert nicht beim Schreiben. Selbst wenn das Papier, auf dem mit dem Kugelschreiber geschrieben wurde, nass wird, ist die Schrift noch lesbar. Die Tinte vom Kugelschreiber ist wasser- und wischfest.

Der Kugelschreiber, der gerne als Werbegeschenk entgegengenommen wird, kann in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichen Veredelungstechniken individuell gestaltet werden. Kugelschreiber können beispielsweise bedruckt oder mit einer Gravur versehen werden. Je nach Ausführung können so mehrere Tausend Kugelschreiber für Firmen individualisiert oder eine limitierte Stückzahl für erlesene Kunden hergestellt werden. Gerade auf Messen, Seminaren und Veranstaltungen gehört der Kugelschreiber für die meisten Firmen, Gewerbetreibenden und Aussteller zur Grundausstattung.

Der Kugelschreiber hat sich in den letzten 80 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und wurde immer wieder an die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Insbesondere das wischfeste Schriftbild, die leichte Bauweise und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sorgen dafür, dass der Kugelschreiber sich auch weiterhin großer Beliebtheit erfreut.

Die Funktionsweise von Kugelschreibern

Kugelschreiber bestehen aus fünf Bauteilen, dem Griffrohr, der Mine, der Druckfeder, einer verzahnten Vorschubhülse und einer verzahnten Druckdrüse. Im oberen Griffteil sitzen 8 verschieden lange und verschieden tiefe Nuten. Die Feder, die an der Mine sitzt, drückt die Vorschubhülse ständig nach oben, wodurch an den Abschrägungen eine waagerechte Kraftkomponente entsteht, welche die Vorschubhülse dreht und dafür sorgt, dass sie in der nächsten Nute einrastet. Auf diese Weise sitzt die Mine mal höher und mal tiefer, sie schaut also hervor oder verschwindet im Griffrohr.

Die Funktionsweise der Schreibkugel

In der Mine des Kugelschreibers befindet sich eine Tintenpaste, die mit der Kugel auf das Papier übertragen wird. Um ein Verwischen zu verhindern, trocknet diese Tinte extrem schnell. Damit sie nicht austrocknet, kann die Mine nach der Nutzung durch Drehen oder Drücken in das Griffrohr eingefahren werden. Die Kugel in der Spitze wird aus einem besonders harten Keramikmaterial namens Wolframcarbid hergestellt. Die Kugel hat je nach Dicke einen Durchmesser zwischen 0,7 und 1,4 Millimetern. Besonders feine Kugelschreiber haben eine Kugel, deren Durchmesser lediglich 0,2 Millimeter beträgt.

Die Entwicklung der ersten Kugelschreiber

Bereits Galileo Galilei fertigte einen ersten Entwurf eines Vorläufers der heutigen Kugelschreiber an. Im 19. Jahrhundert gab es erste Patente für Schreibgeräte, die die die Tinte mitführten. Der Ungare László József Bíró entwickelte mit seinem Bruder Georg zusammen die Grundform der heutigen Kugelschreiber. Sie arbeiteten 18 Jahre daran, einen Kugelschreiber mit Farbmine und rollender Kugel zu entwickeln.

Der britische Geschäftsmann Henry George Martin erkannte das Potenzial der Schreibgeräte und kaufte Bíró das Patent für die Kugelschreiber ab und gründete mit Frederick Miles eine Kugelschreiberfabrik. Die erste Serienproduktion umfasste 30.000 Kugelschreiber, die an die Royal Air Force verkauft wurden, weil sie sich problemlos auch in großen Höhen verwenden ließen. Im Jahr 1945 entdeckte der Amerikaner Milton Reynolds die Kugelschreiber und brachte sie in die USA, wo er sie nachbauen ließ. Die Kugelschreiber von Reynolds‘ Rocket wurden zum Verkaufsschlager in den USA. Nach dem 2. Weltkrieg lief die Kugelschreiberproduktion richtig an. Weltweit begannen viele Unternehmen, diese Schreibgeräte zu produzieren. Das Problem, das bis dahin noch bestand war, dass die Kugelschreiber immer wieder klecksten. Dieses Problem löste der französische Unternehmer Bich. Infolge dieser Fehlerbeseitigung machte er die Kugelschreiber endgültig zu einem Massenprodukt, die er unter dem Namen BIC weltweit vertrieb. In Deutschland wurde im Jahr 1950 erstmals ein Kugelschreiber verkauft. Er kostete damals etwa 20 Deutsche Mark.