Der amerikanische US-Dollar hat an den Finanzmärkten ein neues 20-Jahres-Hoch erreicht. Mit diesem neuen Aufwärtstrend beim Kurswert überholte er den Euro, mit dem er jahrelang eine Parität hatte. Die Folgen dieser Entwicklung werden von Analysten und Experten allerdings vom weltwirtschaftlichen standpunkt aus extrem kritisch gesehen

Harter Rückschlag für die globale Wirtschaft?

Die Tatsache, dass der Dollar den aktuellen Höchstwert hat, sorgte bei Fachleuten aus der Wirtschaft für Besorgnis. Ein Großteil der weltweiten Schulden wurden von den Staaten dieser Welt in US-Dollar aufgenommen. Durch den stark steigenden Kurswert steigt auch die Zinsbelastung für die Kredit nehmenden Länder. Zusätzlich befürchten viele Experten, dass durch den stark steigenden Dollarkurs die Beschaffung von Konsum- und Verbrauchsgüter deutlich schwieriger wird. So könnte zum Beispiel der Preis für Getreide, Gas und Öl gerade für westlich orientierte Länder deutlich steigen.

Für exportorientierte europäische Unternehmen ist der steigende Dollarkurs dazu im Gegensatz ein Segen, schließlich erleichtert es ihnen, ihre Waren auf dem internationalen Markt besser platzieren zu können. Auch in den internationalen Finanzmärkten kommt jetzt wieder Bewegung. Durch den starken Kurssprung wird der Dollar wieder verstärkt als

attraktive Anlagemöglichkeit gesehen. Auf Devisenhandelsplattformen wie www.fxforex.com/de und anderen werden wieder vermehrt Dollar-Ankäufe festgestellt.

Gibt es jetzt ein größeres Finanzrisiko für alle Staaten

Hier muss man ehrlicherweise sagen, dass dem nicht so ist. Die Verschärfung der Situation trifft vor allem westliche Staaten und Staaten, die vorrangig in Dollar handeln. Mittlerweile gibt es aber eine ganze Reihe von Ländern, wie zum Beispiel China, Indien, Russland und Iran,die für den Handel mit Gold, Öl und Erdgas in Rubel oder Yuan bezahlen. Diese Länder profitieren nun zumindest insoweit, dass es ihnen leichter fällt, die Versorgungssicherheit sicherzustellen.

Sollte der hohe Dollarkurs weiterhin anhalten, dann steht allerdings durchaus zu befürchten, dass weitere Länder den Dollar als Zahlungsmittel bei bestimmten Geschäften ablehnen. Die Folge wäre dann im ungünstigsten Fall eine Schwächung des Dollars als führende Weltwährung. Würde dieses Szenario eintreten, wären viele Länder gezwungen, weitere Reserven mit anderen Währungen zu bilden. Das würde diese Länder zusätzlich finanziell belasten.  Insgesamt gesehen ist der hohe Dollarkurs also vor allem für Schwellen- und Entwicklungsländer brandgefährlich.

Gefahr für den Euro?

Für die Staaten der Europäischen Union kommt der hohe Dollarkurs zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt. Tatsächlich haben Länder wie Italien, Griechenland und Spanien immense Schulden in Dollar und Euro angehäuft. Schuldzinsen, die in Dollar beglichen werden müssen sind jetzt noch höher.Schulden in Euro sind für europäische Staaten zwar gleich, da der Euro aber an Kaufkraft verliert, bedroht das auch die Zahlungsfähigkeit der genannten EU-Länder. Würde eine zweite Krise wie seinerzeit in Griechenland entstehen wäre die EU in ernsthaften Schwierigkeiten zumal der schwache Euro die Binnenwirtschaft belastet.

Handelt die FED?

Die amerikanischen Währungshüter haben noch vor wenigen Tagen eine mögliche Erhöhung des Leitzinses angesprochen. Aufgrund des aktuell steigenden Dollarkurses wäre eine Leitzinserhöhung allerdings eher kontraproduktiv, da diese den Kurswert stärken bzw. erhöhen würde. Dabei befindet sich auch die FED in einer misslichen Lage, denn der hohe Dollar bedroht den Export und die Wirtschaft kommt trotz guter Werte nicht wirklich in Schwung. Notwendig wären also jetzt entschiedene Maßnahmen zur Regulierung des Dollars und der Stärkung der Wirtschaft – nur wie sollen diese genau aussehen?