Viele Bereiche von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland sind tiefgreifenden klimapolitischen Änderungen ausgesetzt.  Diese wurden zwar bereits vor Jahren vollmundig angekündigt, allerdings sieht es so aus, als wenn tatsächlich ab 2021 diese Veränderungen auch für die breite Bevölkerungsschicht spürbar werden. Welche Veränderungen das genau sind und wie sich diese auswirken wird hier nachfolgend zusammengefasst:

Neue Energien 

Natürlich wurde schon seit Jahren über einen drastischen Wechsel der Energieversorgung diskutiert. Aber tatsächlich war bislang die Bundesrepublik Deutschland das erste Land, das nicht nur die Kernkraft abgeschafft hat, sondern sich zum Ziel gesetzt hat, auch komplett auf Kohlekraftwerke zu verzichten. Was noch vor zehn Jahren als nahezu utopisch erschien, wird nun Realität. Womit allerdings die Stromerzeugung stattdessen erfolgen soll, ist noch nicht ganz klar. Zwar gibt es neben Plänen für Gezeitenkraftwerke in der Nordsee auch Planungen für riesige Solar- und Windparks, doch können diese aktuell nur maximal 60 % des benötigten Stroms liefern. Der Rest muss bislang noch aus dem Ausland zugekauft werden. Um die Differenz anzugleichen wurden bereits eine Vielzahl verschiedener Versuchsprojekte gestartet. So zum Beispiel der stromerzeugende Radweg.

Für den Verbraucher heißt das erst einmal, dass die Strompreise wahrscheinlich deutlich steigen werden. Eine eigene Solaranlage auf dem Dach ist somit für viele Hausbesitzer eine Option, über die diese vielleicht in naher Zukunft nachdenken sollten.

Veränderte Fortbewegung und Mobilität

Mit den neuen Vorgaben gegenüber Wirtschaft und Gesellschaft hat die Politik auch die Rahmenbedingungen für eine völlige Veränderung des Verkehrswesens geschaffen. Standen in den letzten hundert Jahren Automobile in Deutschland absolut im Vordergrund, so wird sich das ab diesem Jahr wohl deutlich ändern. Konzerne wie VW und Mercedes gehen nun dazu über, Ihre Produktion von herkömmlichen Benzin- und Dieselfahrzeugen komplett auf Elektro-Autos umzustellen. Gleichzeitig unterstützt der Staat die Deutsche Bahn mit einem Investitionszuschuss von 100 Milliarden Euro in den nächsten Jahren, um den Ausbau des Schienennetzes voranzutreiben. Fahrverbote und Fahrbeschränkungen in Städten sowie die umfangreiche Förderung des Radverkehrs sind weitere Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, dass der Pkw nicht mehr das vorherrschende Fahrzeug in Deutschland wird.

Für den Verbraucher wird es jetzt schwierig, denn wie soll sein zukünftiges Fahrzeug aussehen? Ein Elektro-Auto? Ein Hybrid-Fahrzeug? Nimmt man das Fahrrad bzw. Öffentliche Verkehrsmittel oder wartet man auf die Entwicklung des Wasserstoffautos? Viele werden vielleicht erst noch ihren alten Wagen in den nächsten Jahren weiterfahren wollen aber die geplanten kontinuierlichen Erhöhungen auf die Benzinsteuer (dieses Jahr bis zu 7 Cent pro Liter) werden wohl bald das Interesse am eigenen Benziner verblassen lassen.

Aber auch technologische Neuerungen wie das 5G-Netz werden die Mobilität nachhaltig verändern. In Zukunft wird es noch einfacher, Aktionen wie z. B. Datenaustausch zu erledigen. Online-Shoppen oder online Essen bestellen wird durch die schnelle Mobilfunktechnik vereinfacht. Somit profitiert nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Gastronomie und der Online-Handel. Hauptsache ist, dass es schnell geht, denn oft entscheiden Sekunden darüber was jemand oder ob überhaupt bestellt wird. Von 5G profitieren wird auch die Sport-Welt. Besonders die Fans, die unterwegs auf Fussball Wetten tippen möchten oder oft Probleme mit dem WLAN im Stadion haben, werden die schnelle Internetverbindung zu schätzen wissen. Die Benutzererfahrung bei Live Wetten, die während des Spiels platziert werden können, wird durch das 5G-Netz zweifellos positiv beeinflusst. Ein weiterer Pro­fi­teur ist die Unterhaltungsbranche, denn das Streamen der neuesten Serie oder des neuesten Videospiels wird durch 5G auch von unterwegs kein Problem mehr darstellen. Dies wird wiederum zum Wachstum von Streaming-Diensten beitragen.

Veränderter Wohnraum 

Bislang noch relativ wenig im Licht der Öffentlichkeit sind die Konsequenzen, die sich für Immobilien ergeben. Ein erster Vorgeschmack ist da vielleicht die Maßnahme bis 2025 neue Heizungen in allen Immobilien zur Pflicht zu machen. Eine weitere mögliche bundesdeutsche Maßnahme ist das Gesetz zur Wohnraumverdichtung. Durch dieses Gesetz ist es in Zukunft weitaus schwieriger für Kommunen neue Wohnungsbaugebiete auszuweisen. Vielmehr müssen bestehende Lücken in Bebauungsplänen vorrangig geschlossen werden.

Es liegen herausfordernde Jahre vor uns 

Eine neue Klimapolitik musste kommen, so viel war klar. Ob es, aber ratsam ist eine derartige Anzahl an Veränderungen über einen so kurzen Zeitraum in die Wege zu leiten, darüber kann man dann doch geteilter Meinung sein. Der deutsche Otto Normalverbraucher wird sich in den nächsten Jahren einer ganzen Reihe von Veränderungen gegenüber sehen, die er zum Teil nur akzeptieren, zum Teil mit gestalten und zum Teil selbst entscheiden kann. Die Veränderungen werden kommen, die Frage ist nur wie gut ist man darauf vorbereitet.