Spanischer Wein – Geschichtsträchtiger Wein für Genießer

Tempranillo-Reben auf spanischem WeinbergSpanischer Wein kann schon lange mit Weinen aus führenden Weinländern wie Italien oder Frankreich mithalten. Bildquelle: Daniel Trindade51 – 214625965 / Shutterstock.com

Spanischer Wein ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Mit einer Weinanbaufläche von etwa 1.018.000 Hektar hat sich Spanien im Laufe der Zeit zu einem der bedeutendsten Weinländer der Welt entwickelt. Vor allem der spanische Rioja, nach dem gleichnamigen Anbaugebiet, hat es weltweit zu Ruhm und Ehre gebracht. Spanien kann aber mehr als nur Rioja. Wissen rund um spanischen Wein und das Weinbauland im Mittelmeer gibt es in diesem Artikel.

Spanischer Wein wird meist mit Rotwein assoziiert, wahrscheinlich weil im bekanntesten Anbaugebiet, dem Rioja, vor allem die rote Rebsorte Tempranillo angebaut wird. Allerdings werden auf rund 50% der Anbaufläche Weißweintrauben kultiviert. Damit ist Spanien der größte Weißweinhersteller der Welt. Insgesamt kultivieren ca. 150.000 Winzer um die 250 Rebsorten.

Die Geschichte des spanischen Weins

Der spanische Weinbau geht bis ins Jahr 4000 vor Christus zurück, das belegen Traubenreste, die auf der iberischen Halbinsel gefunden wurden. Mit der Gründung der Stadt Cádiz begannen die Phönizier ca. 1100 vor Christus verstärkt Weinanbau zu betreiben. Darauf folgten die Karthager die den Anbau von spanischem Wein fortsetzten.

Mit den Punischen Kriegen kam es zu einer Machtübernahme Spaniens durch die Römer, die Weinproduktion wurde davon aber nicht beeinträchtigt. Das und die damit einhergehende politische Stabilität förderte den Weinhandel mit Rom. In Rom gefundene Amphoren belegen, dass dort zu jener Zeit spanischer Wein getrunken wurde.

Nachdem die Weinproduktion mit dem Einfall der Araber in Spanien stagnierte, lebte sie erst wieder im 11. Jahrhundert im Verlauf der Reconquista auf. Durch die Reblaus-Plage im 19. Jahrhundert siedelten sich viele französische Winzer südlich der Pyrenäen an. Dadurch kamen verschiedene Rebsorten und Techniken der Weinproduktion nach Spanien und beeinflussten den spanischen Wein.

Umrisse der iberischen Halbinsel aus Weinkorken

In Spanien wird schon seit 4000 vor Christus Wein angebaut. Bildquelle: M. Shcherbyna – 675525019 / Shutterstock.com

Nach Stillstand der spanischen Weinindustrie durch den ersten und zweiten Weltkrieg erholte sich die Weinproduktion erst wieder in den Fünfzigerjahren. Viele Pioniere des Weinbaus arbeiteten für eine Revolution des spanischen Weinbaus, um neue Techniken einzuführen und durch Gesetze Qualität zu garantieren. Aus diesem Grund kann spanischer Wein heutzutage mit Weinen aus führenden Weinländern wie Frankreich oder Italien mithalten.

Spanischer Wein ist Qualitätswein

Um die Qualität spanischer Weine zu gewährleisten, existieren verschiedene Qualitätssysteme, die genaue Richtlinien zu Herstellung und Lagerung von Wein haben. Dabei gibt es Qualitätsstufen, die sich auf die Anbaugebiete beziehen und solche, die innerhalb der Weinanbaugebiete für spanischen Wein gelten.

Spaniens Weinanbaugebiete auf der Karte

In Spanien gibt es zahlreiche Weinanbaugebiete, die in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt werden. Bildquelle: Rainer Lesniewski – 206715010 / Shutterstock.com

Qualitätsstufen spanischer Weinanbaugebiete

Der spanische Weinbau umfasst einige verschiedene Anbaugebiete wie Navarra, Ribera del Duero oder das bekannte Rioja. Für die Weinbaugebiete gibt es vier wesentliche Qualitätsstufen:

  • Der Vino de Mesa ist ein einfacher Tafelwein. Die Trauben für diesen Wein können aus ganz Spanien kommen. Aus diesem Grund darf auf dem Etikett weder Herkunftsgebiet noch Rebsorte oder Jahrgang des Weins angegeben werden.
  • Spanischer Vino de la Tierra entspricht einem Landwein wie etwa dem französischen Vin de pays. Derzeit umfasst diese Qualitätsstufe etwa 42 Regionen in Spanien. Auf dem Etikett dürfen Angaben zu Rebsorte und Jahrgang gemacht werden.
  • Spanischer Wein mit der Gebietsbezeichnung O (Denominacíon de origen) untersteht bereits strengeren Richtlinien, die zugelassene Rebsorten für verschiedenen Gebiete umfassen und Richtlinien zu Restzuckergehalt, Alkoholgehalt und Herstellungsmethoden einhalten müssen. Etwa die Hälfte aller spanischen Anbaugebiete darf diese Gebietsbezeichnung tragen.
  • Die strengsten Richtlinien müssen Gebiete mit der Bezeichnung O.Ca (Denominacíon de origen calificada) erfüllen. Hier spielt unter anderem auch die Lage der Weinberge, die Erträge und die Vielfalt der angebauten Rebsorten eine Rolle. Da ist es nicht verwunderlich, dass lediglich zwei Anbaugebiete diese Bezeichnung tragen, das Rioja und das Priorat.

Qualität spanischer Weine innerhalb der Anbaugebiete

Mit den strengen Richtlinien für Weinanbaugebiete nicht genug, auch innerhalb der Anbaugebiete müssen sich die Weinbauern an Vorgaben für die Auszeichnung ihrer Weine halten. Auch hier gibt es vier wesentliche Qualitätsstufen. Diese unterscheiden bei den Richtlinien zwischen Rotwein und Weißwein:

  • Junge Weine, die nicht oder nur sehr kurz im Fass gereift sind, werden als Vino Joven Nur beim Vino Joven wird kein Unterschied zwischen Weißwein und Rotwein gemacht.
  • Spanischer Rotwein, der die Auszeichnung Crianza trägt, ist mindestens sechs Monate lang im Fass gereift und wurde danach 12 bis 18 Monate in der Flasche gelagert. Bei einem roten Crianza ist ein Mindestalter von zwei Jahren vorgeschrieben. Im Navarra, Rioja, Ribera del Duero und Penedés gelten 12 Monate Fasslagerung. Weißer Crianza muss ein Mindestalter von einem Jahr haben, wobei je sechs Monate Flaschen- und Fasslagerung vorgeschrieben sind.
  • Für einen Reserva muss Rotwein mindestens ein Jahr im Fass und zwei Jahre in der Flasche gereift sein. Sechs Monate Fassausbau und eineinhalb Jahre Flaschenlagerung sind für einen weißen Reserva vorgeschrieben.
  • Die strengsten Richtlinien gelten für spanischen Wein mit der Bezeichnung Gran Reserva. Rotweine müssen für diese Qualitätsstufe mindestens zwei Jahr im Fass und drei Jahre in der Flasche gereift sein. Für Weißwein gilt eine Fasslagerung von mindestens sechs Monaten, mit anschließender Flaschenlagerung von mindestens dreieinhalb Jahren.

Spanischer Wein aus dem Rioja

Weltweit ist der spanische Rioja bekannt. Was viele allerdings nicht wissen, der Wein ist nach seinem Anbaugebiet benannt. Das Rioja liegt im Norden Spaniens am Oberlauf des Flusses Ebro. Das Weinbaugebiet lässt sich in drei Gegenden unterteilen, das Rioja Alta, das Rioja Baja uns das Rioja Alavesa. Während im Rioja Alta rotgrauer Lehmboden vorherrscht, findet man im Rioja Alavesa vorwiegend weißen Kalkstein. Die unterschiedlichen Böden beeinflussen die Aromatik des Weines.

Weinkorken des spanischen Rioja

Das Rioja ist das bekannteste Weinbaugebiet Spaniens. Dort werden die Trauben für den gleichnamigen Wein angebaut. Bildquelle: Daniel Gilbey Photography – My portfolio – 38674795 / Shutterstock.com

Insgesamt umfasst das Weinanbaugebiet ca. 60.882 Hektar. Auf etwa 85% dieser Fläche wird Rotwein angebaut, mit 61% Fläche hauptsächlich Tempranillo. Außerdem werden zum Beispiel Garnacha und Mazuelo kultiviert. Auf den 15% Restfläche wird überwiegend die Weißweintraube Viura angebaut.

Neben dem Rioja gibt es noch weitere bekannte und wichtige Anbaugebiete. Dazu zählen Navarra, Ribera del Duero, Priorat und Rueda.

Spanischer Wein für Anfänger

Wer im nächsten Spanienurlaub oder beim Weinhandel um die Ecke selbst testen möchte, ob der spanische Wein das hält was es verspricht, sollte ein paar Begriffen kennen. Mit nur wenigen spanischen Wörtern lassen sich die wichtigsten Merkmale eines Weins erkennen.

Kunde sucht spanischen Wein im Supermarktregal

Kennt man die wichtigsten spanischen Weinbegriffe, fällt die Wahl vor dem Weinregal ganz leicht. Bildquelle: il21 – 1035927961 / Shutterstock.com

Grundlegend ist die Unterscheidung zwischen Tinto (Rotwein), Blanco (Weißwein) und Rosado (Roséwein). Liebhaber von trockenen Weinen sollten nach dem Wort seco suchen. Semiseco bedeutet halbtrocken und liebliche Weine findet man unter abocado. Wer dazu noch die verschiedenen Qualitätsstufen für Anbaugebiete und Weine im Kopf hat, der findet sich im spanischen Weinregal spielend leicht zurecht.

Bildquellen:

  • Daniel Trindade51 – 214625965 / Shutterstock.com
  • Shcherbyna – 675525019 / Shutterstock.com
  • Rainer Lesniewski – 206715010 / Shutterstock.com
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  • il21 – 1035927961 / Shutterstock.com

 

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