FC Barcelona: Vermaelen überschattet Messi! “Zarra-Rekord, aber Pfiffe im Camp Nou”

Denn beim 5-1 gegen den FC Sevilla schoss Lionel Messi zwar drei Tore und ist jetzt mit 253 Toren bester Torjäger aller Zeiten in der spanischen Liga – der Rekord von Bilbaos Telmo Zarra, der seit 1955 Bestand hatte, ist endgültig geknackt.

Drei Spieltage lang hatte Messi auf diesem Triumph warten müssen, nachdem er schon beim verlorenen Clásico bei Real Madrid hätte gefeiert werden sollen. Da ging Messi beim 1-3 aber ohne Tor vom Rasen, nachdem Iker Casillas mit einer sensationellen Parade das 0-2 für Barca verhindert hatte. Und danach traf Messi auch in zwei weiteren Spielen gegen Vigo und Almeria nicht ins Tor – dafür allerdings gleich vier mal die Latte. Jetzt klappte es also doch, Messi widmete seinen neuen Rekord seinem kleinen Söhnchen Tiago. Mit Kusshand.

Peinliche Hommage

Aber die anschließende Hommage an den Argentinier fiel eher peinlich aus. Zwar warfen Messis Kollegen den Star noch auf dem Rasen in die Luft, die Fans sangen Messis Namen und auf der Videowand funkelte die Zahl 253. Aber es gab auch deutlich zu hörende Pfiffe gegen Sportdirektor Andoni Zubizarreta und Präsident Josep Bartomeu, als ein Video zu Ehren des Stars gezeigt wurde.

Gründe gibt es einige. Da ist zum einen der Fall Thomas Vermaelen, bei dem Zubizarreta mittlerweile eine Operation nicht mehr ausschließt – das meldet die Zeitung „Sport“ aus Barcelona. Der Belgier ist offenbar schwer verletzt verpflichtet worden, von der erhofften Verstärkung für die Innenverteidigung Barcas ist nichts geworden. Eine klare Panne der sportlichen Führung.

Zubi: „Wir müssen die Kritik akzeptieren“

Vor dem Spiel in der Champions League gegen Nikosia sagte „Zubi“ jetzt: „Wir müssen die Kritik akzeptieren, machen aber mit der gleichen Motivation weiter wie bisher, um die Fans glücklich zu machen.“ Zum Spiel in Nikosia sagte er: „Wir müssen gewinnen, um Gruppenerster zu werden. Auf Zypern wird das nicht einfach, das hat man zuletzt gesehen, das ist ein fleißiges Team.“

Und Präsident Bartomeu muss sich von den Fans fragen lassen, warum er sich bislang vehement gegen Neuwahlen wehrt. Eigentlich wird zwar erst 2016 ein neuer Boss bei Barca gewählt, aber Ex-Präsident Joan Laporta trommelt bereits heftig für einen vorgezogenen Urnengang – denn nach dem Rücktritt von Sandro Rosell fehlt Bartomeu ein Wahlerfolg. Dafür traf er mit der Entscheidung, im vor Gericht verlorenen Schadenersatz-Prozess gegen Laporta in die Berufung zu gehen, eine unpopuläre Entscheidung. Denn Laporta war der Präsident, der einst Pep Guardiola zum Cheftrainer befördert hatte. Und mit dem Barca so viele Titel holte wie nie zuvor in der Historie des Clubs.

2011/12: 50 Tore in einer Saison

Auch Messis beste Zeit liegt wohl hinter ihm. Unvergessen die Saison 2011/12, als der Argentinier 50 Tore in einer Saison schaffte. Wie lange der „Floh“ noch weiter trifft, ist allerdings die Frage. Aktuell liegt er mit nur zehn Toren ganze zehn Treffer hinter dem Torschützenkönig Cristiano Ronaldo. Der hat schon 20 Tore in dieser Saison erzielt, doppelt so viele wie Messi. Am Samstag waren es beim 4-0 Real Madrids in Eibar schon wieder zwei.