Katalonien stöhnt: 5.000 Puffs! Laporta, übernehmen Sie!

Die betroffenen spanischen Grenzorte, in denen derzeit regelrechte „Riesen-Bordelle“ entstehen, protestierten heftig gegen die vielen Sex-Clubs, denn sie fürchten um den Ruf der Gegend.

„Dieses Gebiet ist zum Puff von Frankreich geworden“, klagte Jordi Cabezas, Bürgermeister von La Junquera (katalanisch: La Jonquera). Er hatte sich stets gegen die Eröffnung des „Paradise“, dem jüngsten Groß-Bordell gewehrt, verlor aber den Prozess vor dem obersten Gerichtshof der Region Katalonien.

Der Besitzer des Großbordells, José Moreno, betreibt noch zwei weitere Etablissements dieser Art. „Bei mir wird niemand zur Prostitution gezwungen“, betonte er. „Die Mädchen haben ihre Papiere in Ordnung und bieten ihre Dienste ganz freiwillig an“, meint er.

Neben den vielen Bordellen hat sich auf den Landstraßen zwischen La Junquera und der Stadt Figueras ein reger Straßenstrich entwickelt. Die Bürgermeister der betroffenen Orte klagen seit Monaten darüber, dass sie keine rechtlichen Mittel hätten, den Trend zu stoppen.

In Spanien blüht die Prostitution wie in kaum einem anderen Land der EU. Nach Schätzungen existieren rund 5.000 Sex-Clubs im ganzen Land. Die Branche setzt pro Jahr mehr als 18 Milliarden Euro um.

Der Boom wird dadurch begünstigt, dass in Spanien auf diesem Gebiet ein rechtliches Vakuum besteht: Die Prostitution ist weder legal noch illegal.

Das spanische Parlament scheiterte vor drei Jahren mit dem Versuch, die Rechtslücke zu schließen. Die Abgeordneten wollten den käuflichen Sex nicht zu einer legalen Erwerbstätigkeit machen und nach dem Vorbild der Niederlande reglementieren. Sie konnten sich aber auch nicht dazu durchringen, die Prostitution ganz zu verbieten.

Vielleicht kümmert sich ja bald Joan Laporta, der Ex-Präsident des FC Barcelona, um die Sache. Der will schließlich ein sauberes Katalonien, frei von spanischen (Alt-)Lasten.

Foto: Wikipedia



Bild: NULL / Text: SAZ