Spanien rutscht weiter in die Rezession

Die Inflation ist im Mai erneut gestiegen. Die HVPI, die für europäische Zwecke harmonisierte Teuerungsrate, stehe mittlerweile schon bei 1,8 Prozent, so das nationale Statistik Institut INE. Im vergangenen Monat hatte die Rate noch bei 1,5 Prozent gelegen. Eigentlich hatte man nur mit einem Anstieg auf 1,7 Prozent gerechnet, dass dieser nun doch drastischer ausfällt, lässt wieder ein Stück der Hoffnung schwinden, dass es mit den Südeuropäern wieder bergauf geht. Immerhin hatte sich die Inflation im April auf dem niedrigsten Wert seit mehr als drei Jahren befunden.

Die Rezession in Spanien dauert also weiter an. Die spanische Wirtschaft ist nun im siebten Quartal in Folge geschrumpft. Von einer Rezession geht man aus, wenn dies in drei aufeinanderfolgenden Quartalen geschieht. Nach ganzen sieben ist die Lage eindeutig. Im ersten Quartal dieses Jahres ging die spanische Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um allein 0,5 Prozent zurück. Dennoch ist es dem Euroland gelungen, weiter günstig an frisches Geld von Anlegern zu kommen. Die lockere Zinspolitik der EZB ermunterte viele Investoren dazu, auch wieder in riskantere Staatsanleihen zu investieren.

Der Leitzins befindet sich mittlerweile auf einem Rekordtief. Die Nachfrage nach spanischen Anleihen mit sechs- und zwölfmonatiger Laufzeit seien, laut spanischer Notenbank, in der letzten Zeit sehr hoch gewesen. Immer wieder sinken die Zinskosten bei Versteigerungen kurzlaufender Schuldtitel auf neue Niedrigstände. Die Rendite für einjährige Schuldtitel sank dabei auf 0,99 Prozent, was dem tiefsten Stand seit April 2010 entspricht. Experten sind der Meinung, dass die Attraktivität spanischer Anleihen darauf zurückzuführen sei, dass sichere Anleihen wie die deutschen nicht mehr so viele Zinsen abwerfen und die Investoren deshalb nach Alternativen suchen. Mehr Informationen über die undurchdringliche Welt der Börsen gibt es unter anderem bei Heibel-Ticker.