Skandal um gefälschte Diplome: Arzt-Titel für 18.000 Euro

Ermöglicht hatte ihm das ein gefälschter Titel, der angeblich von der Privatuniversität San Martín de Porres in Peru ausgestellt worden ist. 

Die Universität bestreitet derweil, für Cofrades jemals ein derartiges Zertifikat angefertigt zu haben, wie die Ärztekammer von Cáceres jetzt herausgefunden hat.

Immerhin war es offenbar nicht schwer, den gefälschten Titel in der Zwischenzeit offiziell homologieren zu lassen. 

“Dr. Cofrades” darf somit offiziell auch in Spanien praktizieren, wie er es in Villafranca de los Barros auch getan hat.

Cofrades ist in Wirklichkeit kein unbeschriebenes Blatt. Unter dem Namen Carlos Santillana hatte sich der kleine Junge aus einem Arbeiterviertel in Cáceres bereits als junger Mann in einen Wunderheiler und Mentalisten verwandelt, der angeblich den Hauptgewinn der spanischen Weihnachtslotterie im Jahre 2004 vorausgesehen hatte. Später wurde er zum Arzt mit einem zweifelhaften Titel.

Aber er ist nicht der einzige, der zahlreiche Patienten bzw. Arbeitgeber zum Narren gehalten hat. In einer der gröβten Aktionen in Spaniens Geschichte im Zusammenhang mit gefälschten Titeln und Diplomen wurden insgesamt 43 peruanische Studienabschlüsse aufgedeckt, die gar nicht existieren.

Viele Ärzte sind darunter, aber auch Physiotherapeuten, Ingenieure und angebliche Betriebswirte. Es sollen nur sechs Abschlüsse letztendlich auch in Spanien homologiert worden sein, der Rest wurde im Zuge der Ermittlungen seit Mai 2007 rechtzeitig gestoppt.

Die Titel wurden für 18.000 Euro verkauft und von zwei Personen über diverse akademische Pfade in Alicante und Málaga angeboten. Der Leiter der Akademie in Málaga, der die meisten Titel verkauft hatte, wurde bereits 1995 aus dem gleichen Grund überprüft.

Neben Cofrades wurde unter anderem ein Arzt festgenommen, der angeblich Krebskrankheiten heilen konnte und über den entsprechenden Abschluss in Medizin verfügte.

Auch in Fuengirola wurde eine Schönheitsklinik aufgedeckt, in der eine angebliche plastische Chirurgin neben zwei Masseuren arbeiteten, die über keinen entsprechenden Titel verfügten. Die Klinik wurde geschlossen, das Ausbildungszentrum der Kontaktperson ist jedoch weiterhin geöffnet. Angeblich seien die Kurse alternativer Medizin nicht “homologierbar” und könnten deshalb weiterhin angeboten werden. 

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