Richter Garzón forscht nach Opfern der Franco-Diktatur

Ermittlungsrichter Baltasar Garzón will nun nachforschen. Derzeit prüft er die Aufnahme von Ermittlungen zu dem Verschwinden tausender Menschen.

Garzón hat viele Institutionen des Landes aufgefordert, ihm alle verfügbaren Informationen über das Schicksal Verschwundener zu übergeben, verlautete am Montag aus Justizkreisen in Madrid.

Demnach will der Richter prüfen, ob er überhaupt befugt ist, die Fälle zu untersuchen. Hinterbliebene der in den Jahren des Bürgerkrieges sowie während der Diktatur Verschwundenen fordern seit Jahren eine Aufklärung der Fälle.

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Den Angaben zufolge forderte Garzón, der bereits Verbrechen während der Diktaturen in Chile und Argentinien untersuchte, Informationen des Verteidigungsministeriums an. Mehrerer Stadtverwaltungen und Kirchengemeinden sowie das auf Francos Befehl von spanischen Zwangsarbeitern erbaute Erinnerungszentrum "Tal der Gefallenen" nahe Madrid, in dem der Diktator selbst begraben ist, sollen Auskünfte erteilen.

Schätzungen zufolge starben in dem von 1936 bis 1939 dauernden Bürgerkrieg zwischen Unterstützern der republikanischen Regierung und den Nationalisten um den späteren Diktator Francisco Franco 500.000 Menschen.

Nach dem Sieg Francos wurden rund 50.000 Republikaner getötet und oft in anonymen Massengräbern verscharrt. Die Franco-Diktatur endete mit dem Tod des autoritären Herrschers im Jahr 1975.

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(Foto: Wikipedia)