Radikalkur an Spaniens Küsten – jetzt wird erst mal abgerissen

So sieht es zumindest Spaniens Umweltministerin, Cristina Narbona vor, die sich nicht länger den Vorwurf anhören möchte, Spanien sei das Land der illegalen Bauten. 

Bereits 1988 kam ein entsprechendes Küstenschutzgesetzt heraus, das festlegt, alles, was bei höchstem Wellengang überschwemmt wird, dem Staat gehört. Weitere sechs Meter sollen die Küste der Öffentlichkeit zugänglich machen, und 100 Meter werden als Schutzzone vorgesehen. Viele Gemeinden drücken aber gerne ein Auge zu, wenn sie dadurch hohe Schmiergelder kassieren können. In Benidorm, Villajoyosa, oder auch im Naturpark Cabo de Gata entstehen zurzeit gigantische Hotels direkt am Meer. In Almería wird eine Luxussiedlung am Wasser errichtet. Und das sind nur wenige Beispiele. 

Alarmierende Zahlen belegen jetzt, dass 32 Prozent der spanischen Küste bereits zubetoniert sind, rund 1.000 Kilometer sind mit Bauten direkt am Wasser für die Öffentlichkeit schlichtweg unzugänglich gemacht worden. Insgesamt hat Spanien 8.000 Kilometer Küste. 776 Kilometer sollen nun durch radikalen Abriss zurückgewonnen werden. Auch vor Villen diverser Promis auf Mallorca oder Luxushotels an der Costa Brava wird nicht Halt gemacht. An den “frei geschaufelten” Stellen sollen Fahrradwege, Naturparks und Wanderwege entstehen. Bleibt nur zu hoffen, dass man auf die Trümmerbeseitigung und Umsetzung der neuen Freizeitgelände nicht allzu lange warten muss.