Öko-Reisen: Zum Beispiel “Biosphäre Costa Blanca”

Vergessen wurde ganz die Costa Blanca, wo seit Jahren die Öko-Bewegung mächtig aufholt – und die nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt liegt. Spaniens Allgemeine Zeitung erinnert daran – als SAZ-Beitrag für den Klimagipfel von Kopenhagen.

Allein das Beispiel Benidorm zeigt, wie in wenigen Jahren aus einer verrufenen Touri-Bettenburg eine wahre „Biosphäre“ wurde.

Dass die Hochhäuser von Benidorm die beste Öko-Bilanz aller spanischen Touristenmetoropolen hat, ist immer noch wenig bekannt. Hier wird Wärme und Pool-Wasser gespart, alle Wege können zu Fuß bewältigt werden. Das Hinterland ist nicht verbaut, sondern blüht und gedeiht.

Dort, in der Waldorfschule La Marina, gibt es jeden Mittag Bio-Essen für die Kinder. Die Schule wird von der angesehenen Stiftung der deutschen Software AG unterstützt, im Schulgarten wachsen derzeit Salat, Möhren, Kartoffeln und anderes Gemüse. Wer will, kann mithelfen, das ganze Jahr ist Erntezeit.

Von der Schule aus kann man bequem in den Vergnügungspark „Mundomar“ spazieren, wo es kostenlose Delfintherapien für kranke Kinder gibt.

Man kann aber auch durch den Naturpark „Sierra Helada“ wandern und in Albir absteigen, wo regelmäßig Delfine in freier Wildbahn gesichtet werden, weil das Wasser dank modernster Klärtechnik in Benidorm vorbildlich sauber ist – in diesem Jahr wurden schon mehr als hundert Delfine gesichtet.

Albir ist ein verträumtes Stranddorf. Aber hier steht mit dem Hotel Venus ein Bio-Hotel, lange Zeit das einzige Spaniens. Sogar die Betten sind aus Ökoholz gezimmert, alle Speisen und Getränke sind „bio“.

Sie kommen aus lokaler Produktion von einem biodynamischen Hof aus Alicante, von der Finca Eco Iris in Aspe – und aus den Bioläden in Benidorm, Alfaz del Pi und Altea, wo die Deutschen Ingo Fries und Rita Schürer seit Jahren den Biogedanken hochhalten.

Langsam aber sicher macht sogar die Industrie mit: Gerade hat die Supermarkt-Kette Carrefour in Benidorm die kostenlose Ausgabe von Plastiktüten eingestellt. Für Spanien geradezu eine Revolution. In den Brotläden von Albir erklären Schilder, dass es tausende von Jahren dauert, bis eine ins Meer gewehte Plastiktüte abgebaut ist.

Fehlt nur noch die revolutionäre Erkenntnis, dass man sein gutes Gewissen nicht unbedingt auf Kuba, Borneo oder in der Ukraine suchen muss. Spanien reicht voll und ganz.

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