Militär und Regierung helfen im Katastrophengebiet

Obwohl sie unterschiedlichen politischen Parteien angehören, kündigten sie sogar an, ihre Hilfspakete zu koordinieren – das ist nicht selbstverständlich im politisch zerstrittenen Spanien. Fast das komplette Valencianer Kabinett war am Freitag und Samstag ausgerückt, um vor Ort die Lage zu erkunden.

Welche Hilfen konkret beschlossen werden, wird in der kommenden Woche besprochen – im Gespräch sind direkte finanzielle Hilfen, aber auch Steuererleichterungen für Flutopfer. Regierungschef Zapatero sagte zu, dass das Thema höchste Priorität genieße.

Auch das Militär ist im Einsatz – 8.000 Menschen in Calpe gefangen

Mit stellenweise mehr als 400 Litern Regen pro Quadratmeter waren in der Marina Alta und der Marina Baja am Freitag die Wassermassen über den Menschen zusammengebrochen. Neben den normalen Feuerwehren und Hilfskräften waren auch zwei Notfall-Einheiten des Militärs im Einsatz, um den Menschen zu helfen. Die Einsatzzentrale wurde im Rathaus von Vergel errichtet, wo mit die schlimmsten Schäden entstanden waren. Hier ertrank auch eine 90 Jahre alte Frau in ihrem Haus.

Immer noch sind tausende Menschen ohne Wohnung, aus denen das Wasser nur langsam abfließt. Die Straßen Calpes gleichen auch am Samstag eher Flüssen – hier allein konnten am Samstag noch 8.000 Menschen nicht iihre Straßen verlassen. In Beniarbeig sind Dutzende obdachlos, sie schlafen in der Turnhalle

War zu viel Dreck im Rio Girona Schuld am Einsturz der Brücke in Beniarbeig?

Vorrangig werden derzeit Straßen und Wohnungen von Wasser und Schutt geräumt, auch Strom und Trinkwasser gibt es längst nicht überall. Noch immer waren am Samstag sechs Straßen gesperrt. In Beniarbeig soll die zusammengestürzte Brücke über den Rio Girona provisorisch erneuert werden, damit die Menschen den Ort verlassen können.

In Beniarbeig und Vergel wurde unterdessen Kritik an der starken Verunreinigung des Flusses laut. Dies sei eine der Ursachen für das starke Anschwellen des Flusses gewesen, so Anwohner der beiden Gemeinden. Die Verantwortlichen in Land und Gemeinden wiesen die Verantwortung dafür von sich.