Mari Luz: “Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus”

 

Richter Rafael Tirado, der den mutmaßlichen Mörder von Mari Luz Cortés laufen ließ, wurde jetzt mit einer Geldstrafe von 1.500 Euro belangt. "Ein Witz", so die Kritiker des spanischen Justizsystems.

Der Vater von Mari Luz: "Es ist so traurig, aber eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Sie halten doch alle zusammen."

Der Mörder des Mädchens war bereits wegen Missbrauchs verurteilt, aber nie ins Gefängnis gesteckt worden. Die Justiz hatte ihn schlicht vergessen.

In Freiheit missbrauchte er ein weiteres Mädchen, kam aber als "Ersttäter" mit einer Bewährungsstrafe davon. Schließlich musste Mari Luz sterben, die Regierung entschuldigte sich für die schlimme Pannenserie.

Regierung: Registrierung von Kinderschändern wird "sofort" in Angriff genommen

Im Mai kam heraus: Unglaubliche 269.450 Urteile aus den Strafgerichten Spaniens können zur Zeit nicht vollstreckt werden. Entweder fehlen die Mitarbeiter, um die Urteile in die Tat umzusetzen, oder die Angestellten in den Gerichten sind einfach zu schlecht ausgebildet und wissen gar nicht, was nach einem Urteilsspruch zu tun ist.

Zudem fehlt ein computergestütztes Überwachungssystem, um die Abläufe zu koordinieren. Das ist das Ergebnis einer offiziellen Untersuchung der Justiz.

Angesichts des Sturms der Entrüstung wollte die Regierung am Donnerstag ein Zeichen setzen. Innenminister Rubalcaba sagte, die Registrierung von Kinderschändern würde "sofort" in Angriff genommen. Erst müsse allerdings noch das Strafrecht reformiert werden. Und wer Spanien kennt, weiß: Das kann dauern …

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