Lanzarote nimmt Abschied von José Saramago

An Bord der portugiesischen Militärmaschine vom Typ Hercules waren am Samstag unter anderem die portugiesische Kulturministerin Gabriela Canavilhas und Saramagos Witwe Pilar del Río.

Mehr als Tausend Menschen hatten auf der spanischen Kanaren-Insel, wo der Schriftsteller seit 1993 lebte und am Freitag im Alter von 87 Jahren an Leukämie gestorben war, Abschied von dem Schriftsteller genommen.

Der Familie kondolierte unter anderem der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero.

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Der Leichnam soll in Lissabon eingeäschert werden. Teile der Asche kommen in seinen portugiesischen Heimatort Azinhaga, die übrige Asche soll nach Angaben von Familienangehörigen vom Samstag unter einem Olivenbaum im Garten seines Hauses begraben werden. Ein Datum stand noch nicht fest.

Saramago war aus Protest gegen die damalige konservative Regierung seines Heimatlandes nach Lanzarote ausgewandert. Er nahm gern zu Themen der aktuellen Politik Stellung und eckte dabei nicht selten an.

Der überzeugte Kommunist wurde 1922 in der Ortschaft Azinhaga nahe Lissabon als Sohn eines Landarbeiters und späteren Polizisten geboren. Nach dem vorzeitigen Schulabgang wurde er Maschinenschlosser, arbeitete später als technischer Zeichner, Angestellter in der Sozialbehörde, in einem Verlag und als Journalist.

Erst mit etwa 40 Jahren fand er zur Schriftstellerei. 1966 erschien unter dem Titel "Os poemas possíveis" (Die möglichen Gedichte) sein erstes Buch. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit Romanen wie "Hoffnung im Alentejo" (1980), "Das Memorial" (1982) oder "Das Todesjahr des Ricardo Reis" (1984), die durch bildhafte und barock anmutende Sprache bestechen. (dpa, SAZ; Foto: Wikipedia)