Kunstdreieck in Gefahr – Baronin Thyssen droht mit Umzug

Immerhin würde eine regelrechte “Autobahn” vor ihrem Museum verlaufen, wenn Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardón die aktuellen Fahrspuren der berühmten Prado-Meile verändern würde. Zwar will er die Anzahl von zwölf auf sechs reduzieren, um 30% weniger Verkehrsaufkommen an dieser Stelle zu haben, fünf davon würden allerdings vor dem Thyssen-Museum verlaufen, anstelle der heutigen vier Fahrspuren. Einzig der Prado gegenüber profitiert von dem Vorschlag, denn er hätte nur noch eine Spur vor der Tür und eine breite Fuβgängerzone. 

Tita Cervera ist auβer sich. Der Plan würde einem “Disneyland” ähneln und nicht nur die Besucher, sondern auch die Werke des Thyssen-Museums stark beeinträchtigen. Sie sähe sich in einem solchen Fall gezwungen, einen anderen Standort für ihre private Sammlung in der spanischen Hauptstadt zu suchen.

Die große Liebe: Der deutsche Baron Hans Heinrich von Thyssen-Bornemisza 

Die Baronin Thyssen, Carmen -„Tita“ – Cervera, hatte 1961 den Titel der “Miss España” gewonnen und war Dritte bei “Miss Universum”. Nach zwei Ehen, unter anderem mit Tarzan-Darsteller Lex Barker, lernte sie 1981 den deutschen Baron Hans Heinrich von Thyssen-Bornemisza kennen und heiratete ihn. 

Nach dem Tod des Barons im Jahre 2002 wurde Carmen Cervera zur reichsten Witwe Europas. Die gemeinsam mit ihrem Ehemann aufgebaute Kunstsammlung mit über 700 klassischen und modernen Werken wurde anfang der neunziger Jahre vom spanischen Staat erworben. 

Gemeinsam mit dem Prado-Museum und dem Museum der Königin Sofía bildet das Thyssen-Musem das berühmte Madrider Kunstdreieck am Paseo de Prado – Atocha.