Keine Spur von Lorca: Wo liegt der Dichter begraben?

Die Justizministerin von Andalusien, Begoña Alvarez, sagte, in dem untersuchten Gebiet bei Granada hätten Archäologen zufolge "nie Begräbnisse stattgefunden". Die Erde sei gründlich untersucht worden, "ohne einen einzigen Knochen, ein Kleidungsstück oder eine Patronenhülse zu finden".

Die Grabungen in Andalusien hatten am 2. November in Alfacar neun Kilometer von Granada entfernt begonnen. Es war vermutet worden, die Leichen von García Lorca und dreier weiterer Zivilisten könnten dort in einem Massengrab verscharrt liegen. Das Gebiet war auf Antrag der Angehörigen der drei anderen Getöteten überprüft worden.

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Ministerin Alvarez erläuterte, ein Gebiet mit einer Gesamtfläche von 268 Quadratmetern sei regelrecht durchkämmt worden – ohne Erfolg. Dabei sei auch ein Gerät zum Einsatz gekommen, das jede unnatürliche Bodenveränderung anzeige.

Zeugen hatten berichtet, dass der Dichter in diesem Gebiet erst erschossen und dann vergraben worden sei. Bei den drei anderen Getöteten soll es sich demnach um zwei Anarchisten und einen Lehrer gehandelt haben. Die Zeitung "El País" mutmaßte derweil, zwar sei García Lorca in der Tat in Alfacar ermordet worden, seine Überreste seien aber womöglich an einen anderen Ort gebracht worden.

Historiker hatten vermutet, García Lorcas Vater habe einst heimlich die Überreste seines Sohnes zum Sommersitz der Familie bei Granada bringen lassen. Die Familie des getöteten Dichters hatte zunächst ihre Einwilligung zu den Grabungen verweigert.

Die Angehörigen wollten zudem kein Material für einen DNA-Abgleich mit möglichen sterblichen Überresten des Dichters zur Verfügung stellen. Das hatte Spekulationen angeheizt. Die Grabungsarbeiten fanden ursprünglich auf Wunsch der Familien der drei anderen Getöteten statt.

Ein renommierter Lorca-Experte, der irische Buchautor Ian Gibson, hält weiter an der Überzeugung fest, dass sich Überreste des Ermordeten in Alfacar finden lassen. Daher müsse weitergesucht werden, sagte er jüngst "El País".

Anhänger des späteren Diktators Francisco Franco hatten den 38-jährigen García Lorca im August 1936 und damit einen Monat nach Beginn des spanischen Bürgerkriegs bei Granada erschossen. (AFP)

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Foto: Wikipedia