Seit Beginn der Pandemie kennt man die Schilder von fast jedem Einkauf: „Wir bitten Sie, aus hygienischen Gründen mit Karte zu zahlen“ liest man auf ihnen beispielsweise. Das bargeldlose Bezahlen hat in den vergangenen 12 Monaten einen starken Schub bekommen, wie neueste Zahlen zeigen und Experten aus der Branche bestätigen.

Der Einzelhandelsverband EHI hat schon im November 2020 im Rahmen des “EHI Payment Kongress 2020” eine Studie vorgestellt, die von einem Rückgang der Bargeldzahlungen um 5% ausgeht. Was sich nicht nach viel anhört, hat aber große Dimensionen: Rund eine Milliarde Transaktionen im Gesamtwert von 27,9 Milliarden Euro stecken dahinter. Entsprechend zulegen kann in diesem Jahr die Kartenzahlung: Der Anteil der Girocard (früher bekannt als EC-Karte) steigt laut EHI-Prognose von 33,6 auf 40,2 Prozent.

Nun erschien die neue Statistik der Deutschen Kreditwirtschaft, die für die Girocard verantwortlich ist. Rund 5,5 Milliarden Bezahlvorgänge wurden mit der Karte im Jahr 2020 abgewickelt. Das sind 20% mehr als 2019. (Quelle)

Schon seit mehreren Jahren gibt es beim Bezahlen mit Karte ein größeres Wachstum. 2017, also vor gerade mal 4 Jahren, wurden 3,18 Milliarden Bezahlvorgänge mit der Girocard getätigt. Innerhalb dieses geringen Zeitraums hat sich die Zahl also um 75% gesteigert.

Selbstverständlich geht diese Entwicklung nicht spurlos an denjenigen vorbei, die Dienstleistungen oder Waren verkaufen. Milan Klesper, Gründer des Bezahldienstleisters Bezahlexperten, berichtet von einer steigenden Nachfrage nach Kartenterminals: „Wir sehen schon länger den Trend, dass auch kleinere Händler wie Marktstände oder Kioske Kartenzahlung anbieten, aber mit Beginn der Pandemie gab es hier einen starken Zuwachs von Interessenten bei uns.“

Ein klassischer Anruf in diesen Zeiten beginnt mit „Ich wollte ja eigentlich keine Kartenzahlung anbieten, aber …“ und dann bestätigen die Händler, dass die starke Nachfrage der Kunden sie dazu bewegt, ein Kartenterminal anzuschaffen. Oft gibt es noch Vorurteile gegenüber dieser Bezahlvariante: „Viel zu teuer“ oder „Da muss man einen Knebelvertrag über 5 Jahre abschließen“ sind zwei davon. Dabei stimmt dies heutzutage gar nicht mehr. Im Ratgeber auf der Webseite klärt der Anbieter Bezahlexperten transparent über die Kosten für Kartenzahlung und erklärt, wie man Kartenzahlung anbieten kann.

„Mittlerweile gibt es verschiedene Anbieter, die Kartenterminals ohne feste Laufzeit vermieten oder sogar zum Einmalpreis verkaufen. So bleiben Händler flexibel und können erstmal schauen, wie die Kartenzahlung von ihren Kunden angenommen wird.“, erklärt Klesper. Zudem sind in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Konkurrenz die Preise für Terminalmiete und Transaktionen stetig gesunken, sodass kleine bis mittelgroße Geschäfte schon für 20 bis 40 Euro pro Monat Kartenzahlungen über mehrere tausend Euro durchführen können.

Fest steht: Bargeldloses Bezahlen ist längst normal geworden. Es sind nicht mehr nur die jungen Leute, die per Karte oder Smartphone bezahlen möchten, sondern auch in den höheren Altersregionen wird das Zücken einer Giro- oder Kreditkarte zunehmend selbstverständlicher.