Deutsche träumen von Österreich, Kosovaner von Mallorca?

Die Summe der insgesamt 138.225 im Alpenland lebenden Bundesbürger lag Anfang Januar um mehr als 4.000 über der Zahl der Zuwanderer aus Serbien, Montenegro und dem Kosovo.

Dies berichtete die Bundesanstalt für Statistik in Wien. Serben, Montenegriner und Kosovaren hatten als Gesamtgruppe jahrelang die Zuwanderungsstatistik angeführt. Zu Beginn dieses Jahres lebten noch 134.159 Menschen aus den drei Regionen in Österreich. Sie können bisher aus statistischen Gründen nicht getrennt erfasst werden.

Man beobachte schon seit Jahren eine Verschiebung von klassischen Gastarbeitern hin zu Bürgern aus EU-Staaten und vor allem Deutschen, erklärten die Statistiker zur Begründung. Hauptgrund sei die für EU-Bürger geltende Niederlassungsfreiheit. In Österreich leben derzeit 895.144 Ausländer – rund zehn Prozent der Bevölkerung.

Deutschland sei bereits seit etwa fünf Jahren das wichtigste Zuwanderungsland, sagte der Statistiker Stephan Marik-Lebeck der Deutschen Presse-Agentur.

Arbeit und Bildung seien die wichtigsten Faktoren, die die Bundesbürger nach Österreich zögen: Eine große Gruppe seien deutsche Abiturienten, die im Alpenland wegen fehlender Numerus-Clausus-Regeln und Studiengebühren ihr Wunschfach studieren wollen. Hinzu kommen nach Angaben des Statistikers vor allem Ostdeutsche, die im Tourismus arbeiten, und Hochqualifizierte, die sich wegen der besseren Arbeitsmarktlage rund um Wien einen guten Job erhoffen.

Löst Österreich vielleicht bald Spanien als Traumland der Deutschen ab? Fakt ist, dass rund eine halbe Million Deutsche in Mallorca, auf Teneriffa und entlang der Mittelmeerküste leben – viele aber nicht wegen Arbeit und Bildung, sondern Sonne und Strand. Ob Österreich das auf Dauer schlagen kann? Und wieviele Kosovaner leben derzeit eigentlich in Spanien? (SAZ, dpa)

Foto: Du Mont