Basken protestieren gegen Festnahme von Batasuna-Führern

Nach Polizeiangaben zwangen mehrere Vermummte in der nordbaskischen Stadt Markina am Freitagabend den Fahrer eines Busses sowie Fahrgäste zum Ausstieg und versuchten, das Fahrzeug in Brand zu setzen. Sie flohen bei der Ankunft einer Polizeistreife. Unbekannte griffen in der Nacht zum Samstag ein Verwaltungsgebäude in Pasai San Pedro mit Molotow-Cocktails an, verursachten aber nur geringen Sachschaden.

Am Freitag hatten zahlreiche Batasuna-Anhänger friedlich gegen die Festnahmen protestiert. Die größte Demonstration fand in der Stadt Bilbao statt, wo etwa eintausend Menschen auf die Straßen gingen, wie die  Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Auch in den Städten San Sebastian und der Provinzhauptstadt Vitoria gab es Proteste.

Nach Angaben des Innenministeriums in Madrid wurden am Donnerstagabend bei einem Batasuna-Geheimtreffen im baskischen Segura 23 ranghohe Parteimitglieder festgenommen. Unter den Festgenommenen ist demzufolge auch Joseba Permach. Dieser ist der wichtigste Sprecher der Batasuna, seit Parteichef Arnaldo Otegi im Juni wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ verhaftet wurde. Festgenommen wurden demnach auch Kommunikationschef Juan José Petrikorena und Rufino Etxeberria, der zuweilen als „politischer Kommissar“ der ETA bezeichnet wird.

Die Batasuna (Einheit) gilt als politischer Arm der Untergrundorganisation ETA. Sie ist seit 2003 verboten, weil sie den gewaltsamen Unabhängigkeitskampf nicht verurteilen und ihre Beziehungen zur ETA nicht kappen wollte. Genau wie die ETA strebt die Batasuna die Unabhängigkeit eines Baskenlandes an, das nach ihrem Willen Euskadi (das spanische Baskenland), das in Teilen baskischsprachige Navarra und das französische Baskenland vereinigen soll.