Angst vor Pandemie: Spanische Grippe tötete 40 Millionen

Spanien hat zwei bestätigte Fälle der Schweinegrippe – und plötzlich erinnern sich die Historiker an die verheerende "Spanische Grippe" im Jahr 1918.

Denn jetzt hat der Virus auch Deutschland erreicht: Eine Frau aus Hamburg und zwei Menschen in Bayern sind betroffen. Sie alle waren kurz zuvor von einer Mexikoreise nach Hause gekehrt. 

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) appeliert mittlerweile an alle Regierungen, die Risikofälle so schnell wie möglich zu identifizieren, um die Lage soweit es geht unter Kontrolle zu halten. 

Andernfalls sei das Risiko einer Pandemie sehr hoch. “Eine Pandemie ist nicht ausgeschlossen. Wir nehmen diese Möglichkeit sehr ernst”, erklärte Keeiji Fukuda von WHO. 

“Die spanische Grippe aus dem Jahr 1918, die bis zu 40 Millionen Menschen getötet hat, fing ganz langsam an und wurde dann immer aggressiver. Dies muss verhindert werden."

Derzeit befände sich der Pandemie-Alarm auf Stufe 4 von 6. Sobald bekannt wird, dass sich innerhalb eines anderen Landes Menschen untereinander angesteckt haben, die den Virus nicht aus Mexiko mitgebracht haben, würde Stufe 5 ausgerufen werden. 

Diese bedeutet das unverzügliche Risiko einer Pandemie. “Wie immer wären im Falle einer Pandemie die armen und unterentwickelten Länder besonders stark betroffen”, so Fukuda. 

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Wer aber ist im Moment wirklich in Gefahr? Wie die spanische Zeitung “El País” erläutert, gehören zur Hauptrisikogruppe derzeit Menschen, die in den letzten zehn Tagen in Mexiko gewesen sind oder mit jemandem Kontakt hatten, der dort war. 

Besonders gefährdet seien wie immer Kinder und ältere Menschen. Die Vermutung, speziell junge Leute im Alter zwischen 20 und 35 seien betroffen hat sich mittlerweile als falsch erwiesen. 

Lediglich fallen sie in eine Altersgruppe, die häufiger verreist, beispielsweise wie die Studentengruppe aus Valencia, die über Ostern nach Mexiko gereist war. 

Warum bisher nur Menschen in Mexiko gestorben sind, weiss man nicht genau. Möglicherweise hatten die Opfer eine entsprechende Krankengeschichte, vielleicht haben sie aber auch einfach nur zu spät den Arzt aufgesucht. 

Für Spanien gilt in jedem Fall, dass gesunde Menschen bislang keine Atemschutzmasken benutzen müssen. Nach wie vor kann man ganz normal mit der U-Bahn fahren, in Einkaufszentren gehen oder Museen besuchen. Auch auf Schweinefleisch und Schinken muss nicht verzichtet werden. 

Eine Impfung gegen diesen Typ H1N1 gibt es bisher nicht. Voraussichtlich wird ein entsprechendes Medikament in rund einem halben Jahr auf den Markt kommen.

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Foto: Tri (Flickr)