SPD beschwört Deutschland AG: Sind Spanier schlecht?

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Knackpunkt ist, ob ACS, das von Real-Madrid-Boss Florentino Pérez (Bild) geführt wird, für die australische Hochtief-Ertragsperle Leighton noch ein gesondertes Übernahmeangebot abgeben muss.

Das könnte Spaniens größten Baukonzern locker drei Milliarden Euro zusätzlich kosten. In der Zwischenzeit könnte Hochtief nun versuchen, einen „weißen Ritter“ als strategischen Partner zu finden.

In diesem Sinne hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel, ansonsten eher für seine multikulturellen Ideen bekannt, die Kanzlerin aufgefordert, ein nationales, deutsches Bankenkonsortium zu gewinnen.

Merkel bekannte sich aber jetzt auf Druck der FDP zur freien Marktwirtschaft, will ACS keine Steine in den Weg legen. Immerhin sind Spanier ja auch keine Unmenschen, sondern gute Europäer, oder?

Ohnehin dürfte die Kreditwirtschaft, die noch immer mit den Aufräumarbeiten der Krise beschäftigt ist, keine große Neigung verspüren, dem Baukonzern unter die Arme zu greifen.

Vor 20 Jahren wäre das noch etwas anderes gewesen – damals zogen die Banken in vielen Aufsichtsräten an den Strippen und sicherten mit Kapitalbeteiligungen ihren Einfluss.

Zu Zeiten dieser legendären „Deutschland AG“ hätten dem in Bedrängnis geratenen Hochtief-Vorstand wohl ein paar Anrufe genügt, um eine starke Abwehrallianz zu schmieden.

Foto: Wikipedia



Bild: NULL / Text: SAZ