Rauchverbot Spanien: Wirte bejammern 140.000 Arbeitsplätze

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Seit Anfang 2006 ist in Spanien Tabakgenuss an Arbeitsplätzen, auf Bahnhöfen, in Zügen und Flugzeugen generell untersagt. In den Gaststätten konnten die Wirte bislang in der Regel selbst entscheiden, ob sie den blauen Dunst zuließen oder nicht.

Das Resultat: In 89 Prozent der 350.000 Gaststätten darf gequalmt werden, nur 11 Prozent wurden zu Nichtraucher-Lokalen erklärt.

Die Regierung musste feststellen, dass das bisherige Anti-Tabak-Gesetz die gesteckten Ziele nicht erreichte. Der Zigarettenkonsum nahm sogar zu. Der Anteil der Raucher an der Bevölkerung (der über 16-Jährigen) in Spanien ist mit 35 Prozent einer der höchsten in der EU.

Ab Januar 2011 ist damit Schluss, Rauchen wird in geschlossenen Räumen generell verboten. Das Gesundheitsministerium begründete die drastische Verschärfung der bisherigen Rauchverbote damit, dass im Jahr 60.000 Spanier an den Folgen des Tabakgenusses sterben, darunter 1.500 Passivraucher.

Dagegen greift bei den Gastwirten der altbekannte „Jammer-Reflex“. Sie sehen durch die Neuregelung katastrophale Folgen für ihre Branche, die immerhin sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

Nach Angaben des Gaststättenverbandes FEHR droht den Lokalen ein Umsatzrückgang von zehn Prozent und der Verlust von 140.000 Arbeitsplätzen.

Foto: Wikipedia



Bild: NULL / Text: SAZ