Chacón: Erst das Fernsehen, dann die Kosovo-Soldaten


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Wilhelm Wagner 
- 26.03.2009

Chacón: Erst das Fernsehen, dann die Kosovo-Soldaten
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Debakel im Kosovo, Debakel in der Presse: Carme Chacón macht derzeit keine gute Figur. 

Denn eigentlich wollte die spanische Ministerin für Verteidigung als erstes ihren Soldaten die frohe Botschaft vom baldigen Abzug aus dem Kosovo verkünden. Aber dann zog sie doch das Fernsehen vor. 

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Gegen 14 Uhr wollte Chacón am vergangenen Mittwoch ihre einsame Entscheidung von der baldigen Heimkehr der Soldaten verkünden - wirkungsvoll und telegen vor den spanischen Soldaten in Istok. Dafür flog sie mit einem Flieger voller ausgewählter Journalisten für drei Stunden in den Kosovo, gelandet wurde im italienischen Sektor Dakovica. 

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Aber der Flieger hatte Verspätung, und so war die begeherte Sendezeit in den Abendnachrichten in Gefahr. Also flog Chacón samt den TV-Reportern im Helikopter nach Istok zur spanischen Basis - die schreibenden Journalisten und die Radioreporter wurden mit dem Bus zwei Stunden lang nachgekarrt.

Chacón: "Sollte ich Fehler gemacht haben, sind sie korrigiert" - Treffen mit Solana am Donnerstag

Weil aber auch der Bus auf sich warten ließ wurde die entscheidende Szene ohne Soladaten abgedreht. Chacón sagte ihren berühmten Satz, den sie mittlerweile mehrfach zurücknehmen musste, einsam in die Kameras: "Unsere Mission ist erfüllt, es wird Zeit, nach Hause zu fahren." Erst danach trat sie dann vor die Soldaten - und wiederholte ihre Message.

Die Anekdote steht am Mittwoch in den spanischen Zeitungen - wenigstens in den regierungskritischen Blättern wie "El Mundo".

Dort wird auch erstmals ein Anflug von Selbstkritk Chacóns überliefert. Im Parlament sagte sie am Dienstag: "Wenn es in der Kommunikation um den Kosovo-Abzug Fehler gegeben haben sollte, habe ich sie mittlerweile korrigiert - mit der NATO und mit den USA."

Ein anderer Termin wartet noch auf die ehemalige "Star-Ministerin" der Regierung Zapatero, die längst ihren Zauber verloren hat: Am Donnerstag muss sie ihrem Landsmann Javier Solana ihre Kosovo-Panne erklären.

Solana fungiert als "Außenminister" der Europäischen Union. Wie alle anderen war auch er nicht in die spanischen Abzugspläne eingeweiht - und hatte Chacón nach ihrem Alleingang scharf kritisiert.

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Schlüsselwörter: Chacon Fernsehen Kosovo Soldaten Istok Solana
Bild: / Text: SAZ




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