El Gordo: Millionen-Regen bei spanischer Weihnachtslotterie … auch für Deutsche!

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„El Gordo“ heißt übersetzt „Der Dicke“. Es geht allerdings nicht um einen Schauspieler mit Leibesfülle. Sondern um die geläufige spanische Bezeichnung für den Hauptpreis einer Lotterie. Nicht irgendeiner Lotterie. Die Rede ist von der größten Lotterie der Welt. Die Weihnachtslotterie am 22. Dezember.

Die „Wikipedia“ erklärt das Phänomen so: „Die spanische Weihnachtslotterie gilt, gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme, als die größte Lotterie der Welt. So sind für die 2013 auszuspielende Weihnachtslotterie Gewinne in Höhe von insgesamt 2,24 Milliarden Euro vorgesehen, was 70 % der Einsätze entspricht (vergleiche die Ausschüttung im deutschen Lotto: 50 %). Auf den Hauptpreis, El Gordo („Der Dicke“) entfällt ein Gesamtgewinn von 640 Millionen Euro.“

In dem Dorf Sodeto, das 2011 „den Dicken“ zugelost bekam, wurde durch eine Tippgemeinschaft jeder Bewohner um schlappe 50.000 Euro reicher. Darüber wurde sogar ein Film gedreht. Unter dem Titel „Cuando Toco“ (Wenn es einen trifft) will zeigen, wie sich das Leben im Dorf durch den Gewinn verändert hat.

Hintergrund: Da ein Einzellos mit 20 Euro vergleichsweise teuer ist, kauft man in Spanien traditionell Zehntel-Beteiligungen, sogenannte „Décimas“ an einer Losnummer. So bilden Vereine oder Dörfer wie Sodeto häufig Tippgemeinschaften, die der Hauptpreis „El Gordo“ oft gleich um Millionen reicher macht.

Ein ganzes Los („Billete“ genannt) ist dabei auf einen Papierbogen gedruckt, der durch Perforierungen in zehn Zehntellose (Decimos) unterteilt ist. Alle Décimos eines Billete tragen dieselbe Losnummer. Ein Decimo kostet die besagten 20 Euro, ein ganzes Los damit 200 Euro. Was allerdings durch die Kommissionen, die die Verkaufsstellen meistens erheben, ein wenig teurer wird. Viele Bars oder Kneipen verkaufen ebenfalls Billetes, an denen sich die Gäste beteiligen können. Ein Los kostet dann meist 23 Euro, der Aufschlag wird für einen Sportklub (oder sonst einen mehr oder wenigr guten Zweck) verwendet.

Aufgrund der großen Beliebtheit der Lotterie werden die Nummern in mehreren so genannten „Serien“ der Lose aufgelegt. Aktuell existieren von jedem Billete 160 Serien, so dass 160 Billetes und damit 1.600 Decimos dieselbe Losnummer tragen.

„El Gordo“ läutet Weihnachten nicht nur ein… für viele ist es Weihnachten

Nicht umsonst investiert der Spanier im Durchschnitt 70 Euro in diese Lotterie, die jedes Jahr am 22. Dezember live im Fernsehen übertragen wird. Und das nicht nur fünf Minuten lang. Die Litanei der Losnummern, die von singenden Kindern in der Oper in Madrid gezogen werden, dauert drei Stunden. Die erste Ziehung liegt bereits über 200 Jahre zurück, was das traditionelle spanische weihnachtliche Lottofieber erklären könnte.

Die Sonderziehung der staatlichen Lotterie heißt dabei streng genommen „Loteria de Navidad“ (Weihnachtslotterie). Sie ist die größte und älteste Ziehung weltweit mit einer Gewinnausschüttung von vermutlich fast 2,3 Milliarden Euro auch in diesem Jahr. Die Gewinnchance ist dabei mit 1:100.000 sehr hoch. Zum Vergleich: Bei dem deutschen Lottoklassiker 6 aus 49 liegt die Wahrscheinlichkeit für den Hauptgewinn nur bei 1:140.000.000.

Auch Deutsche können teilnehmen – und geben mehr Geld aus als die Spanier

Auch als Deutscher ist es kein Problem mehr, bei der spanischen Weihnachtslotterie „El Gordo“mitzumachen. Dabei darf man sich aber seine Wunschkombination nicht selbst festlegen, sondern muss eine der fünfstelligen Nummern erwerben.

Abergläubische Spanier zahlen oft Höchstpreise, um im Internet Losnummern mit den persönlichen Geburtsdaten zu bekommen. Zum Beispiel bei Internet-Veranstaltern wie Lottoland.

Beliebt ist auch, Lose an Orten zu kaufen, die in der Vergangenheit gewonnen haben. Oder die einfach nur Erinnerungen an schöne Stunden im Urlaub wach rufen. Lotterie in Spanien, das ist mehr als nur die Aussicht auf viel Geld. Das ist vor allem auch viel Emotion. Wie Weihnachten.

Die „Loteria de Navidad“ ist dabei so konzipiert, dass es möglichst viele Gewinner zu Weihnachten gibt. So werden wohl auch immer mehr Europäer außerhalb Spaniens dem „El Gordo“-Fieber verfallen.

Da es auch viele kleinere Gewinne gibt, dauerte die Ziehung mehr als drei Stunden. Auf jeden Bewohner des Landes kommt im Schnitt ein Einsatz von rund 55 Euro. 65 Prozent der Teilnehmer sind männlichen Geschlechts, sie investieren im Schnitt 53 Euro pro Person. Die Frauen sind ein wenig sparsamer, sie geben rund 44 Euros für die Lotterie aus.

Im Jahr 2015 gab jeder Nicht-Spanier, der mitmachte, rund 72 Euro aus…

Die meisten Teilnehmer sind zwischen 30 und 39 Jahre alt, sie stellen mehr als 60 Prozent der Teilnehmer. Die Älteren aber geben mehr Geld aus. Wer zwischen 50 und 75 Jahre alt ist, hat im Schnitt rund 63 Euro für Lose übrig.

Die Kaufbereitschaft im Internet nimmt dabei stetig zu. Von 21 Prozent der Lose, die 2012 online verkauft wurden, sind es mittlerweile schon fast 50 Prozent. So ist es eben viel einfacher, eine Losnummer zu bekommen, die den persönlichen Ansprüchen (und dem individuellen Aberglauben) genügt. Um möglichst eine perfekte Nummer zu bekommen, kaufen viele Teilnehmer ihre Lose bereits im November. Der Verkauft beginnt dabei bereits im Juli. Es ist eben nie zu früh, bei „El Gordo“ mitzumachen.

Fakt ist: Ausländer stellen mittlerweile die Gruppe der Teilnehmer, die das meiste Geld in „E Gordo“ investiert. Im Jahr 2015 gab jeder Nicht-Spanier, der mitmachte, rund 72 Euro aus.

In Spanien sind die Madridlenen am freudigsten dabei, danach kommen Katalonien und Andalusien. Die Comunidad Valenciana folgt auf Platz vier.

Die Wikipedia listet die Gewinn-Optionen im einzelnen auf. Das viele, schöne Geld verteilt sich demnach wie folgt:

1 Erster Preis über 4.000.000 Euro, genannt El Gordo.

1 Zweiter Preis über 1.250.000 Euro.

1 Dritter Preis über 500.000 Euro.

2 Vierte Preise über 200.000 Euro.

8 Fünfte Preise über 60.000 Euro.

1.794 Preise über je 1.000 Euro, genannt Pedrea („Hagel- oder Steinschlag“), weil es diese Preise bei der Ziehung nur so hagelt.

Es gewinnen alle 160 billetes der gezogenen Losnummern. Die Gesamtgewinnsumme z.B. des Gordo macht also 640 Mio. Euro aus. Neben den gezogenen Nummern gewinnen aber auch noch andere nicht gezogene Losnummern:

2 Preise über 20.000 Euro für die Losnummern direkt vor und nach dem Ersten Preis (aproximación).

2 Preise über 12.500 Euro für die Losnummern direkt vor und nach dem Zweiten Preis(aproximación).

2 Preise über 9.600 Euro für die Losnummern direkt vor und nach dem Dritten Preis (aproximación).

297 Preise über 1.000 Euro für die Losnummern, deren erste 3 Ziffern mit den ersten 3 Ziffern des Ersten, Zweiten oder Dritten Preises übereinstimmen (centena).

198 Preise über 1.000 Euro für die Losnummern, deren erste 3 Ziffern mit den ersten 3 Ziffern einer der beiden Vierten Preise übereinstimmen (centena).

2.997 Preise über 1.000 Euro für die Losnummern, deren letzten beiden Ziffern mit den letzten beiden Ziffern des Ersten, Zweiten oder Dritten Preises übereinstimmen.

9.999 Einsatzrückzahlung (reintegros) über 200 Euro für die Losnummern, deren letzte Ziffer mit der letzten Ziffer des Ersten Preises übereinstimmt.



Video Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=bW6cAplCMVw / Text: Wilhelm Wagner

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