Zu hohe Dieselpreise – Fischer streiken europaweit

Fischer in vielen europäischen Ländern haben am Freitag gegen die hohen Dieselpreise gestreikt und höhere Subventionen ihrer Regierungen gefordert. 

In Spanien begann am Freitag ein landesweiter Streik der größten Fischereiflotte Europas. An dem Ausstand beteiligten sich nach Angaben einer Verbandssprecherin alle Fischer. 

In Portugal befanden sich ebenfalls alle Fischer im Streik. In Italien beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben bis zu 12.000 Fischer an einem Ausstand. Die Europäische Kommission signalisierte erneut Unterstützung.

"Die komplette spanische Küste steht still", sagte die spanische Verbandssprecherin der Nachrichtenagentur AFP. In Madrid versammelten sich mehrere tausend Fischer vor dem Landwirtschaftsministerium, um dort rund 20 Tonnen Fisch an Passanten zu verteilen und damit auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Schiffsdiesel ist in Spanien seit Jahresbeginn 30 Prozent teurer geworden, die Fischer sehen sich ohne neue Subventionen daher vor der Pleite.

"Nicht ein einziges Boot ist ausgelaufen", sagte der Chef der größten portugiesischen Fischergewerkschaft. Ein Sprecher der Vereinigung der Fischkutterbesitzer kündigte an, der Streik solle bis zum Abschluss einer fairen Lösung fortgesetzt werden. Es gebe in ganz Portugal jetzt keinen frischen Fisch mehr. Nahe Rom besetzten Aktivisten Teile eines Hafens.

In Frankreich setzten Fischer ihre Proteste trotz einer Hilfszusage der Regierung fort. Sie behinderten den Verkehr der Kanalfähren und versuchten, ein Treibstoffdepot zu blockieren. Die Regierung in Paris hatte ihnen kürzlich Unterstützung in Höhe von 110 Millionen Euro bis zum Jahresende zugesagt. Die französischen Fischer protestieren seit zwei Wochen.

EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering forderte eine "gemeinsame Position" der EU zur Bekämpfung der Benzinpreiskrise. "In dieser Frage müssen wir vereint sein." Der italienische Landwirtschaftsminister Luca Zaia versprach "schnelle" Maßnahmen. Das Thema solle auch auf dem nächsten EU-Gipfel am 23. Juni thematisiert werden, forderte er.

Die Europäische Kommission hatte bereits am Donnerstag signalisiert, dass sie zu mehr Flexibilität bei der Unterstützung der Fischer bereit sei. 

Die Kommission verfolge die Situation sehr genau, um – falls notwendig – reagieren zu können, hieß es in einer Erklärung. So sei die Kommission bereit, den Mitgliedsstaaten mehr Ausgaben zu erlauben und mögliche Inflexibilität bei den Fischpreisen zu untersuchen. 

Fischereikommissar Joe Borg erklärte aber gleichzeitig, dass Treibstoffsubventionen keine langfristige Antwort seien und die Überkapazitäten weiter steigern würden. 

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