Wie die Zeitung El País am Donnerstag unter Berufung auf Madrider Regierungskreise berichtete, nahm Spanien damit als eines der ersten europäischen Länder auf libyschem Staatsgebiet Kontakt zu den Aufständischen auf.

Das Treffen habe am vergangenen Samstag in der Rebellenhochburg Bengasi stattgefunden. Der spanische Emissär sei unter anderem mit dem Vorsitzenden des Nationalrats, Mustafa Abdul Dschalil, zusammengekommen.

Nach seiner Rückkehr berichtete er der Madrider Regierung, bei den Rebellen in Libyen herrsche kein organisatorisches Chaos. Der Nationalrat besitze vielmehr die Grundstrukturen einer staatlichen Verwaltung.

Die Rebellenführung habe von den westliche Staaten vor allem die Anerkennung des Nationalrats als der legitimen libyschen Regierung erbeten. Bei dem spanischen Gesandten handelte es sich um Pablo Yuste, einen hohen Beamten der Entwicklungshilfe-Agentur, die dem Madrider Außenministerium unterstellt ist.

Nach Angaben von El País wollte der libysche Herrscher Muammar al-Gaddafi im Rahmen einer diplomatischen Offensive am Mittwoch mit Zapatero telefonieren. Der spanische Regierungschef habe das Gespräch jedoch nicht angenommen, berichtete die Zeitung. Spanien betrachte Gaddafi nicht mehr als einen akzeptablen Gesprächspartner. (SAZ, dpa; Foto: SAZ)