Wirtschaftskrise in Spanien: Einbrüche auch im Sex-Geschäft

Die aus Panama stammende 24-Jährige ist eine von 400.000 Frauen, die in Spanien als Prostituirte arbeiten. Auch sie bekommen mittlerweile Spaniens Wirtschaftskrise zu spüren.

Wie die Zeitung “El Mundo” am Samstag berichtete, schrumpfen derzeit die Umsätze der Prostituierten in ganz Spanien. 

Das liegt nicht nur an der “Sommerpause”. Offenbar können es sich immer weniger Männer leisten, Liebesdienste in Anspruch zu nehmen.

Mit dem LKW-Streik nahm die "Sex-Krise" ihren Lauf

Natalia ist nicht die einzige Prostituierte, die sich derzeit beschwert. “In letzter Zeit klagen alle meine Kolleginnen über zu wenig Kunden. Alles hat mit dem LKW-Streik im Juni angefangen!”

Auch die Spanierin Cristina ist von der Krise betroffen. In diesen Monaten kommt sie gerade einmal auf 250 bis 300 Euro pro Woche. “Die Geschäfte laufen schlecht”, klagt sie. “Obendrein schnappen dir die Südamerikanerinnen viele Kunden vor der Nase weg”.

Das Phänomen der Konkurrenz unter den Prostituierten kennt auch Kevin nur zu gut. Der 28-Jährige Argentinier bietet seit seinem 20. Lebensjahr Männern und Frauen seine Dienste als Callboy an. “Seit Monaten gibt es viel mehr Konkurrenz”, erklärt er. “Viele von uns können noch nicht einmal mehr in den Urlaub fahren”.

Weniger Kunden, mehr Prostituierte

José Luis Roberto Navarro vom Amüsierbetriebsverband ANELA bringt es auf den Punkt: “Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, gibt man einfach weniger aus”, erklärt er. “Die Krise konnte man bereits unmittelbar nach den Parlamentswahlen feststellen: Viel weniger Kunden, aber mehr “Señoritas”, die in unseren Hotels arbeiten wollen”.

Selbst an der Küste sei das Phänomen bemerkbar. “In Palma de Mallorca sind die Umsätze um rund 30 Prozent zurückgegangen”, schätzt Navarro. Ein klarer Wegweiser – immerhin galt die spanische Küste stets als "krisensicher" im Sex-Geschäft, allein schon dank der Touristen. 

Gibt es bald keine Pornofilme mehr?

Wenige Einbußen verzeichnet derzeit allein eine Sparte: Das Internet und der Download von Sexfilmchen per Handy spüren offenbar kaum etwas von den harten Zeiten im Sex-Business.

“Die Leute haben immer noch einen Euro für einen Kaffee übrig, also haben sie den auch für einen Download, der nicht mehr kostet”, erklärt die Geschäftsführerin einer beliebten Sex-Seite. 

Das Erotikfestival in Barcelona hingegen brachte nun eine neue Krisenbotschaft unter die Leute: “Es werden keine Pornofilme mehr gedreht”, heiβt es aus internen Kreisen. Nicht, weil es an Ideen fehlen würde – die Pornoproduzenten lehnen es derzeit schlicht und einfach ab, noch mehr Geld zu investieren.

Weiter lesen:  

NEWS: Zapatero bricht Urlaub ab: Krisenstab beschließt neue Hilfe 

NEWS: Die Fiesta ist vorbei: Spanien schnallt den Gürtel enger 

NEWS: Krise in Spanien: Touristen bleiben aus, 60.000 Urlauber fehlen

NEWS: Immobilienkrise: Dramatischer Rückgang der Hausverkäufe

NEWS: Spanien in der Krise: Zapatero wird immer unbeliebter

NEWS: Wirtschaftskrise: Neuer Aufschwung mit 60 Milliarden Euro? 

NEWS: Einwanderer erhalten Geld für die Rückkehr in ihre Heimat

NEWS: Trotz Wirtschaftskrise: Touristen lieben Spanien immer noch