Wirtschaftskrise: Die schwere Rückkehr ins Elternhaus

Noch vor 15 Jahren war es normal, dass ein junges Paar erst nach der Hochzeit zusammenzog. Jahrelang hatte man bereits gearbeitet und Geld für die Anzahlung eines kleinen Eigenheimes angespart.

Währenddessen lebte man weiter im Haus der Eltern, gemeinsame Übernachtungen fanden lediglich im Urlaub statt.

Studenten wählen bis heute vorzugsweise die Uni der Heimatstadt, um weiter bei den Eltern leben zu können.

Eine eigene Mietwohnung war seit jeher undenkbar. Abgesehen von der Tradition der Spanier, ein Eigenheim zu kaufen, sind Mietwohnungen rar und meist unbezahlbar. Vor allem in den Metropolen Madrid und Barcelona.

Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung Mitte der 90er Jahre änderte sich die Lage. Man musste nicht mehr 30 Jahre alt werden, um von Zuhause auszuziehen. Die Gehälter und günstige Zinsen ermöglichten auch jungen Leuten, eine Hypothek aufzunehmen, und sich früher vom Elternhaus abzunabeln. Auch Mieten konnten besser bezahlt werden.

Wohngemeinschaften – Nicht nur für Studenten

In Zeiten der Wirtschaftskrise hat sich das Blatt erneut radikal gewandelt. Hypotheken sind unbezahlbar geworden, Wohngemeinschaften boomen. Nicht selten trifft man auf Leute zwischen 30 und 40 Jahre, die sich eine Wohnung teilen. Oft der einzige Weg, sich ein unabhängiges Leben aufzubauen.

Aber auch das ist für die meisten Spanier schwierig. Wenn man selbst bei Akademikern häufig von Gehältern um die 1200 Euro netto ausgehen kann, ist es nicht schwer nachvollziehbar, dass nicht viel übrig bleibt, wenn das WG-Zimmer alleine schon 400 Euro kostet. Ein normaler Preis in Madrid und Barcelona.

Finanzielle Unterstützung vom Staat, wie es die Deutschen kennen, gibt es in Spanien übrigens nicht. Und nach Ablauf der Arbeitslosenbezüge wird der Geldhahn zugedreht. Dann benötigt man einen neuen Job, oder die Rückkehr ins Elternhaus wird unausweichlich.

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