München (ots) –

IKND-Impulspapier mit Stefan Bayer (GIDS), Jana Puglierin (ECFR) und Guntram Wolff (DGAP)

– Abkehr von fossilen Rohstoffen
– Diversifizierung bei erneuerbaren Energien durch strategische Partnerschaften
– Teilnahme der Bundeswehr an Energiewende

Seit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Erpressungspotenziale einer import-abhängigen fossilen Energiewirtschaft aufgezeigt. Seither steht Deutschland auch aus sicherheitspolitischen Gründen vor einer Neukartierung seiner Energiepolitik.

In einem gemeinsamen Impulspapier im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) haben Prof. Dr. Stefan Bayer, Leiter Forschung & erweiterter Vorstand German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), Dr. Jana Puglierin, Leiterin des Berliner Büros & Senior Policy Fellow, European Council on Foreign Relations (ECFR) und Prof. Dr. Guntram Wolff, Direktor & CEO, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Handlungsempfehlungen entwickelt, wie der Weg hin zu größtmöglicher Energiesouveränität durch erneuerbare Energien gestaltet werden kann. Die Autorin und die Autoren geben außerdem Impulse, wie sich auch die Bundeswehr in die Energietransformation einbringen könnte und welchen Gewinn sie möglicherweise aus einem „Green Defense-Ansatz“ ziehen könnte.

„Die Abhängigkeit von fossilen Importen hat Deutschland und Europa energie- und klimapolitisch erpressbar gemacht. Sie gefährdet unsere gesellschaftliche Stabilität, wirtschaftlichen Wohlstand und Freiheit. Umso mehr ist der Ausbau der erneuerbaren Energien ein sicherheitspolitisches Gebot,“ so Carolin Friedemann (IKND), Geschäftsführerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland, die die Studie veröffentlicht.

Um in Zukunft machtpolitische Instrumentalisierungen der Energieversorgung zu vermeiden, empfehlen die Expertin und die Experten die Abkehr von fossilen Energien. „Sicherheitspolitische Risiken lassen sich bei erneuerbaren Energien leichter managen als bei fossilen. Kein Despot kann Wind oder Sonne einfach abschalten“, so die gemeinsame Studie der drei Autoren.

Eine möglichst weitreichende Diversifizierung sei auch bei erneuerbaren Energien wichtig. Letzteres sei nötig, um insbesondere Chinas Dominanz bei kritischen Materialien und Technologien entgegenzuwirken. „China ist die energiepolitische Supermacht nicht nur der alten, sondern auch der neuen Welt,“ so Jana Puglierin (ECFR).

Die Studie setzt den Fokus auf den strategischen Ansatz der Energiesouveränität, bei dem ökonomische Aspekte mit sicherheitspolitischen Kriterien in einer strategischen Vorausschau verbunden werden. „Auch wenn eine auf Energiesouveränität angelegte Energiepolitik zunächst teurer wird, so bedeutet sie mittelfristig mehr Versorgungssicherheit und aufgrund geringerer Risiken auch weniger Kosten,“ sagt Guntram Wolff (DGAP).

Das Impulspapier erwägt eine stärkere Teilnahme der Bundeswehr an der Energiewende. „Energiepolitische Verwundbarkeit bedeutet auch militärische Verwundbarkeit. Die Bundeswehr ist sehr stark von der zivilen Energieinfrastruktur abhängig,“ sagt Stefan Bayer (GIDS).

Die Bundeswehr könnte durch den Einsatz erneuerbarer Energien ihre Einsatzfähigkeit sogar verbessern. Im Blick auf die langen Beschaffungs- und Nutzungszeiträume militärischer Systeme empfiehlt das Impulspapier außerdem, alternative Antriebssysteme im militärischen Bereich möglichst frühzeitig zu berücksichtigen. Als Nachfrager von Energie könnten die Streitkräfte eine Rolle in der Energietransformation spielen, die aufgrund der Klimakrise längst eingeleitet sei – mittelfristig könnten sie diese sogar beschleunigen.

Die Studie ist kostenfrei abrufbar unter folgendem Link: https://initiative-klimaneutral.de/publikationen/neukartierung-der-energiepolitik

Die Pressemitteilung sowie frei verwendbare Zitate sind hier abrufbar: https://ots.de/hDb4ij

Pressekontakt:
IKND: Carolin Friedemann, Geschäftsführerin und Gründerin
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[email protected]: Andreas Bock, Leiter Kommunikation
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GIDS: Mario Assmann, Leiter Kommunikation
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Quelle: ots