Umwelt schonen im Urlaub? Das geht wirklich!

Der WWF hat jetzt einen neuen “Reiseführer” veröffentlicht, mit dem jeder Urlauber Tipps für sein Wunschziel und den Traumurlaub erfahren und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun kann.

Jeder Reisende hat es in der Hand: Zerstöre oder schone ich in meinem Urlaub die Umwelt?

“Man muss nicht gleich ein schlechtes Gewissen haben, denn Reisen an sich ist nicht unbedingt unökologisch”, sagt Tourismusexpertin Birgit Weerts. 

“Es kann sogar ein wichtiger Baustein für den Umweltschutz sein, sofern die Reise natur- und sozialverträglich ist”.

In vielen Regionen fördert Tourismus einen schonenden Umgang mit Arten und Landschaften, schafft Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung und kurbelt die regionale Wirtschaft an.

Worauf jeder einzelne Urlauber achten kann, um in der schönsten Zeit des Jahres alles richtig zu machen, sagen die 15 Reisetipps des WWF:

Vor der Abreise:

Informieren Sie sich schon vor der Urlaubsplanung über naturnahe Anbieter, empfehlenswerte Reisesiegel und weitere Tipps im WWF-Reiseführer. Dort können Sie sich auch über umweltverträgliche Reisen zu WWF-Projekten informieren, von Spanien bis zur Zentralafrikanischen Republik.

Sie haben sich entschieden? Überprüfen Sie die Nachhaltigkeit Ihres geplanten Urlaubs mit einem einfachen Öko-Check.

Entscheidend für die Umweltbilanz einer Reise ist die Wahl der Verkehrsmittel. Bus und Bahn gehen vor. Ein Urlaubsflug nach Teneriffa schädigt das Klima ebenso stark wie ein Jahr Autofahren

Wenn Sie unbedingt fliegen müssen, dann erst ab einer Distanz von 700 Kilometern. Verzichten Sie auf Kurztrips. Der Mindestaufenthalt sollte 8 Tage, ab 2.000 Kilometer 15 Tage betragen.

Kompensieren Sie die Emissionen Ihres Fluges. Wählen Sie dabei möglichst einen Anbieter, der nach dem so genannten Gold-Standard zertifiziert ist.

Am Reiseziel angekommen:

Buchen Sie möglichst Unterkünfte lokaler Anbieter, zum Beispiel eine kleine Pension statt einer weltweiten Hotelkette. So bleibt ihr Geld vor Ort.

Nutzen Sie den Hotelservice umweltbewusst. So ist es selbstverständlich, Handtücher mehrere Tage zu benutzen. Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch, vor allem im Sommer und in heißen Regionen.

Informieren Sie sich über öffentliche Verkehrsmittel: Nicht überall braucht man das eigene Auto oder einen Leihwagen. Linienbusse oder Fähren gibt es in vielen Regionen, mitunter ist der Transport von Fahrrädern inklusive.

Bevorzugen Sie Frischware aus der Region statt importierte, abgepackte Lebensmittel. Essen Sie besser in landestypischen Restaurants als in den Filialen der Fast-Food-Ketten.

Verzichten Sie auf den Verzehr exotischer Speisen, für die gefährdete Arten sterben mussten, beispielsweise Schildkröten, Wale, Haie oder Schlangen.

Nutzen Sie Angebote, bei denen Sie Natur erleben können, ohne sie zu zerstören. Zum Beispiel geführte Wanderungen oder Tierbeobachtungen in Nationalparken, Radtouren, Flussfahrten mit regionaltypischen Booten. Beachten Sie bei Mountainbiking, Wandern oder Bootsfahrten die örtlichen Verhaltensregeln.

Verzichten Sie auf Sportarten, die den örtlichen Verhältnissen nicht angemessen sind und viel Energie oder Wasser verbrauchen – zum Beispiel Offroadtouren, Gleitschirmfliegen in Vogelbrutgebieten oder Freeclimbing in Schutzgebieten.

Achten Sie auf Hinweise zur Waldbrandgefahr und helfen Sie mit, Feuer zu verhindern. In Spanien weisen extra Schilder auf die Gefahren hin. Denken Sie daran, dass selbst eine achtlos weggeschmissene Zigarette einen Waldbrand auslösen kann.

Bevor es nach Hause geht:

Bedrohte Arten gehören nicht ins Gepäck. Ohne spezielle Genehmigung dürfen Sie nichts aus Krokodil-, Kaiman-, Schlangen- oder Eidechsenhaut in die EU einführen.

Was viele nicht wissen: Auch diverse Muscheln und Schnecken sind geschützt, ebenso Holz. Dazu gehören mitunter auch Räucherstäbchen.

Zuguterletzt ein Tipp: Fördern Sie mit dem Kauf traditioneller Handwerksprodukte die einheimische Wirtschaft.