Einen Tag nach der Ankündigung eines drastischen Stellenabbaus auf dem heimischen Markt gab Spaniens größtes Unternehmen am Freitag ein millionenschweres Prämienprogramm für seine Manager bekannt.

Die Führungskräfte des Konzerns sollen demnach als Leistungsanreiz in den kommenden fünf Jahren Aktienoptionen im Wert von 450 Millionen Euro erhalten, wie Telefónica mitteilte. Über den Plan sollen die Aktionäre am 18. Mai auf einer Hauptversammlung abstimmen.

Der Gewerkschaftsverband UGT kritisierte das Vorhaben als „beschämend“ und rief Telefónica auf, es zu überdenken. Das Unternehmen gebe damit auch international ein schlechtes Bild ab, sagte UGT-Chef Cándido Méndez.

Die Gewerkschaft CGT erinnerte daran, dass Telefónica 2010 einen Rekordgewinn von rund 10,2 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte. Der Stellenabbau sei nicht gerechtfertigt.

Der Konzern hatte am Donnerstag angekündigt, in den kommenden drei Jahren ein Fünftel der rund 30.000 Jobs zu streichen. Bestimmte Dienste sollen ins Ausland verlagert werden.

Außerdem sollen Lohnerhöhungen künftig stärker an die Produktivität der Mitarbeiter statt vor allem an die Inflation gebunden sein. Das Unternehmen begründete die Pläne damit, dass der Umsatz im Stammland Spanien 2009 um 5,9 Prozent und 2010 um 4,4 Prozent zurückgegangen sei.

In Deutschland gehört der Telekommunikationsbieter O2 zu Telefónica.