Stierkampf-Freunde sammeln eine Million Unterschriften

Die Initiative von Tierschützern, die mit 180.000 Unterschriften ein Volksbegehren zu einem Stierkampfverbot in der Region Katalonien einleiteten, schreckte die Branche auf.

"Wenn die Tierschützer 180.000 Unterschriften sammeln, können wir eine Million zusammenbekommen", meint José Antonio Martínez Uranga, Betreiber der Madrider Stierkampfarena "Las Ventas".

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Der Wirt einer nahe gelegenen Stammkneipe von Fans des Star-Toreros José Tomás ergänzte: "Ein Verbot von Stierkämpfen wäre so, als nähme man uns den Flamenco weg."

Spaniens sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero scheint das ähnlich zu sehen. Sie sprach sich unmissverständlich gegen ein Verbot aus. "So etwas steht nicht in unserem Programm", sagte die Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega. "Die Fiesta hat ihre Gegner, aber sie genießt auch einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung."

Ausnahmsweise ist sich da sogar die Opposition der konservativen Volkspartei (PP) mit der Regierung einig. "Wer Stierkämpfe nicht mag, sollte einfach nicht hingehen", meinte die PP-Generalsekretärin María Dolores de Cospedal.

Auch Intellektuelle und Künstler sprangen der Stierkampfbranche bei. Der Schriftsteller Mario Vargas Llosa, der neben der peruanischen auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, betonte: "Die Kampfstiere sind während der Aufzucht die am besten gehegten Tiere der Welt. Wenn der Stierkampf verboten wird, verschwindet eine Art, die nur für die Fiesta entwickelt wurde."

Dagegen sehen die Stierkampfgegner in dem Beschluss des katalanischen Parlaments einen Erfolg für den Tierschutz. "Die Menschenrechte sind in Spanien garantiert, nun ist es an der Zeit, auch an die Rechte der Tiere zu denken", sagte Leonardo Anselmi, Sprecher der Bürgerinitiative Prou!, die das Volksbegehren eingeleitet hatte. Am Freitag hatte die Initiative zu einem Stierkampfverbot in Katalonien im Regionalparlament in Barcelona die erste Hürde genommen.

Antonio Lorca, Stierkampf-Kritiker der Zeitung El País, gibt allerdings zu bedenken, dass die Tierschützer ihrer eigenen Sache einen schlechten Dienst erwiesen hätten.

"Die Initiative hat die Stierkampfbranche aus ihrer Lethargie gerissen", schrieb Lorca. "Ohne das Volksbegehren wäre der Stierkampf in Katalonien von allein gestorben, sobald der Publikumsliebling José Tomás seinen Abschied nimmt." (SAZ, dpa)

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