Steuervorteile für Hausbesitzer

Mallorca gehört noch immer zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Kein Wunder also, dass sich viele längst auf der Insel ein Feriendomizil angeschafft haben. Doch was passiert mit der Immobilie, wenn jemand stirbt oder sein Hab und Gut schon frühzeitig an Verwandte oder gute Freunde verschenken möchte? Bislang griff hier das spanische Schenkungssteuer- und Erbschaftrecht. Doch nun hat der Europäische Gerichtshof ein neues Urteil gesprochen und das hat Folgen. Seit dem 3. September ist unter dem Aktenzeichen C-127/12) festgelegt, dass das geltende spanische Recht in dieser Sache EU-widrig ist. Es würde Residente (also in Spanien lebende Bürger) und Nichtresidente (Ausländer) ungerecht behandeln. Bislang fiel das Schenkungssteuer- und Erbschaftrecht in den Zuständigkeitsbereich der autonomen Regionen. Die sind in etwa zu vergleichen mit den hiesigen Bundesländern. Alle autonomen Regionen gewährten zum Teil großzügige Steuervergünstigungen und Freibeträge für alle Residente allerdings auch nur dann, wenn Erblasser und Erbe in Spanien leben. Ansonsten mussten die Erben tief in die Tasche greifen und mitunter mehr als dreimal so hohe Steuern für die Schenkungen oder das Erbe zahlen. 

Gründung einer Kapitalgesellschaft als Ausweg?

Um dem zu entgehen gründeten viele Deutsche eine Kapitalgesellschaft in Spanien. Auf die übertrugen sie dann die Immobilie und konnten diese dadurch halten. Grund dafür ist ein Schlupfloch im Erbschaftsrecht, denn da darunter keine Gesellschaftsanteile fallen, konnte die Immobilie so steuerfrei an den Erben übergehen, auch wenn dieser nicht in Spanien lebte. Davon bekam allerdings der Bundesfinanzhof Wind und prüfte das komplette Gesetz mit dem Ergebnis, dass eine Immobiliennutzung als Kapitalgesellschaft trotzdem angemessen ausgezahlt werden muss und zwar durch eine so genannte Gewinnausschüttung. Hierfür würde dann, ähnlich den Regelungen für Ferienhäusern in Deutschland, Abgeltungssteuern und Solidaritäts-Zuschläge anfallen und zwar in einer Höhe von 26,38 Prozent, rechnet die Frankfurter Allgemeine Zeitung vor. Würde darauf verzichtet, so handle es sich streng genommen um Steuerhinterziehung und man müsse sich vor Gericht verantworten, falls dieses entdeckt werden würde.

Erstattungsansprüche geltend machen!

Und das ist noch längst nicht alles. Auch das Doppelbesteuerungsabkommen (kurz DBA) zwischen Deutschland und Spanien musste sich im Zuge der Neuregelungen einer erneuten Prüfung unterziehen. Das galt bislang immer für das Land, in dem der Besitzer der Immobilie lebt, also Deutschland. Das ist allerdings nun hinfällig. Jetzt gilt das Abkommen für das Land, in dem sich die Immobilie befindet. Also auf dem spanischen Festland bzw. einer spanischen Insel wie Mallorca. Daraus ergibt sich, laut Wirtschaftsexperten die Gefahr, dass es zur so genannten fiktiven Gewinnbesteuerung kommt. Zwar ließe sich die stunden, allerdings nur durch einen gesonderten Antrag, ein Verfahren was sich also in der Realität so nicht durchsetzen wird. Grundsätzlich erleichtert das neue Gesetz die Taschen der zukünftigen Immobilienbesitzern und macht es ihnen leichter, die Immobilie später wieder weiterzugeben. Sie können es sich so nämlich schlichtweg ersparen, Kapitalgesellschaften in Spanien zu gründen, um den horrenden Steuerabgaben aus dem Weg zu gehen. Doch das ist nicht alles. Erben, die in der Vergangenheit hohe Erbschafststeuern zu tragen hatten raten Steuerexperten dringend, ihren Fall noch einmal genau prüfen zu lassen, um eventuell Erstattungsansprüche geltend machen zu können.