Standard&Poor´s: Herabstufung zieht Anleger an, Zinsen für Spanien fallen!

Bei der ersten Ausgabe von mittel- und langfristigen Staatsschuldtiteln seit ihrer Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) haben Frankreich und Spanien am Donnerstag sogar niedrigere Zinsen bezahlen müssen. Insgesamt fast 9,5 Milliarden Euro konnte Frankreich trotz des Verlusts der Top-Bonität AAA am Finanzmarkt problemlos einsammeln, wie die staatliche Finanzagentur AFT in Paris mitteilte. Spanien kam auf rund 6,6 Milliarden und damit auf weit mehr als geplant, wie aus Zahlen der spanischen Zentralbank hervorging.

Die Zinsen für Frankreich gingen gegenüber der vorangegangenen
vergleichbaren Aktion klar zurück: Bei den Papieren mit einer zehnjährigen
Laufzeit bis Juli 2022 lag der Zinssatz bei 1,07 Prozent gegenüber 2,32
Prozent im November. Für Spanien fielen die Zinsen für Schuldtitel mit
zehnjähriger Laufzeit von 6,97 Prozent im November auf nun 5,4 Prozent. Das Land hatte Papiere mit vier-, sieben und zehnjähriger Laufzeit ausgegeben.

Der französische Staat nahm 7,96 Milliarden Euro durch mittelfristige
Papiere mit einer Laufzeit von zwei, drei und vier Jahren sowie in einer
weiteren Auktion 1,49 Milliarden durch mittel- und langfristige Schuldtitel
mit einer Laufzeit von vier, zehn und 28 Jahren auf. Die Summen entsprachen
den geplanten Beträgen, die Nachfrage war deutlich höher als das Angebot.
Insgesamt muss das Land in diesem Jahr 178 Milliarden Euro aufnehmen.

Standard & Poor’s hatte am Freitag die Kreditwürdigkeit von neun Euro-Ländern gesenkt. Frankreich entzog die Agentur die Spitzennote AAA. Die Agenturen Moody’s und Fitch dagegen bestätigten die Topbonität für Frankreich.

Spaniens Kreditwürdigkeit wurde durch S&P sogar gleich um zwei Stufen von AA- auf A abgesenkt. Eine schlechtere Einstufung bei der Kreditwürdigkeit geht in der Regel mit steigenden Zinsen einher.