Spanischer Schachspieler muss eine halbe Million Euro Steuern nachzahlen

Schach spielen bei SonnenuntergangWäre er beim Schach geblieben, hätte ihm das eine Menge Stress erspart. Bildquelle: Orla – 234929116 / Shutterstock.com

Eigentlich ist er Profi im Schach und wird eher ein besonnenes Gemüt sein Eigen nennen. Aber das spanische Finanzamt wird ihn einiges an Blut, Schweiß und Tränen gekostet haben. Der spanische Schachspieler Francisco Vallejo Pons soll rund eine halbe Million an Steuern auf Gewinne aus dem Online-Poker nachzahlen. Obwohl das Gesetz, aufgrund dessen er die Steuerlast erhielt, bereits 2012 abgeschafft wurde, streitet sich Vallejo Pons seit zwei Jahren mit dem spanischen Finanzamt.

Ende März startete Francisco Vallejo Pons, auch als Paco bekannt, noch beim Schachturnier „European Individual Championship“ in Batumi, Georgien. Doch bereits in der fünften Runde gab er mit der Begründung, dass ihn Steuerschulden vom konzentrierten Spielen abhielten, frühzeitig auf. Die Steuern soll Vallejo Pons für Gewinne aus dem Online-Poker bezahlen, denn natürlich zählt auch Poker weiterhin zu den bekanntesten Spielen in den besten deutschen Online-Casinos. Insgesamt beläuft sich die Forderung auf rund 500.000 Euro.

Auch der Schachspieler entdeckte vor einigen Jahren das Online-Casino und startete abseits seiner Schachkarriere allein zum Spaß mit Online-Poker, da hier die Strategien, die er aus dem Schach kennt, ebenfalls – zumindest zum Teil – angewandt werden können, anders als es bei klassischen Games aus dem Online-Casino der Fall ist, wie ein Blick auf das Spieleportfolio der größten Casino-Vertreter auf online-casino-osterreich.at belegt.

Aus Spaß wurde dann aber schnell Ernst und er konnte 2011 Gewinne über eine Million US-Dollar einfahren. In den folgenden Jahren blieb ihm das Glück allerdings nicht hold und er verlor. Unter dem Strich machte er sogar Verlust. Das spanische Finanzamt verlangt aber dennoch eine halbe Million Euro an Steuern.

Bis das spanische Steuerrecht 2012 abgeändert wurde, wurden alle Gewinne aus dem Online-Poker mit 47 Prozent besteuert. Dabei wurden allerdings nur die Gewinne im Online-Glücksspiel berücksichtigt, Verluste hingegen nicht. Damit erklärt sich auch die hohe Summe, die er an Steuern nachzahlen muss. Erst 2016 erhielt Vallejo Pons einen Brief vom Finanzamt mit der Forderung. Zu dieser Zeit hatte er bereits mit dem Poker aufgehört, nachdem seine kurze Erfolgsgeschichte wieder zu Ende war.

Große Erfolge beim Schach

Beim Schach war er indes erfolgreicher. Bereits im Alter von 16 Jahren und 9 Monaten wurde ihm der Titel des Großmeisters verliehen und er machte nicht nur im nationalen Schachgeschehen auf sich aufmerksam:

  • 5 Mal spanischer Meister (1998, 2009, 2014, 2015, 2016)
  • 4 Mal spanischer Mannschaftsmeister (1999, 2002, 2010, 2016)
  • 11 Mal deutscher Mannschaftsmeister (2002, 2006 – 2015)
  • Akteur der spanischen Nationalmannschaft

Er wurde insgesamt fünf Mal spanischer Meister, davon sogar in den Jahren 2014 bis 2016 drei Mal hintereinander. Auch für die spanische Nationalmannschaft war er bei Schacholympiaden und Europameisterschaften aktiv.

Verbindungen zwischen den Spaniern und den Deutschen gibt es auch im Schach. In Deutschland spielte er 2002 für den Lübecker Schachverein von 1873 und wurde in dem Jahr zum ersten Mal Mannschaftsmeister in der 1. Bundesliga. Seit 2003 ist er für die OSG Baden-Baden aktiv und stellte mit dem Team zwischen 2006 und 2015 jedes Jahr den deutschen Mannschaftsmeister.

Nicht der einzige Fall

Vallejo Pons ist natürlich nicht der einzige, der „Opfer“ des spanischen Steuerrechts geworden ist. Es gibt auch zahlreiche andere Spanier, die vor der Gesetzesänderung Gewinne eingefahren und daher Steuern auf die Glücksspielgewinne zahlen müssen oder mussten. Anders als bei dem Großmeister wurden hier allerdings bereits Einigungen erzielt oder die ausstehenden Summen beglichen.

Die größte Aufmerksamkeit erhält aber wegen seiner besonderen Schwere natürlich der Fall von Vallejo Pons. Durch seinen Facebook-Post vom 22. März wurde der Fall der Öffentlichkeit noch deutlicher. Hier beschreibt er die Auswirkungen, die nicht nur seelischer, sondern auch körperlicher Natur sind. Aufgrund der nervlichen Belastung bekam er Hautinfektionen und musste bereits einige Turniere absagen. Auch die Beteiligung an der Nationalmannschaft hat er vorerst beendet. Wann und wie der Streit mit dem Finanzamt geklärt wird, ist bisher noch nicht klar.

Bildquelle: Orla – 234929116 / Shutterstock.com

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