Spanien diskutiert: Mehr Arbeitsplätze oder neues Grab für Diktator Franco?

Viele Spanier hoffen, dass sich das unter der neuen Regierung Rajoy endlich ändert.

Die Herausforderung ist groß: Eine spanische Expertenkommission hat jetzt jedenfalls die Umbettung des Leichnams von Ex-Diktator Francisco Franco empfohlen.

Die Überreste Francos sollten an einen von seiner Familie bestimmten Ort oder an einen „würdigen und geeigneteren Platz“ gebracht werden, sofern die katholische Kirche dem zustimme. Die Familie des früheren Machthabers sprach sich indes gegen eine Umbettung des Leichnams aus.

Derzeit liegt der am 20. November 1975 gestorbene Franco in einer Gedenkstätte im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) in der Nähe von
Madrid begraben. Auf dem unter Franco selbst angelegten Gelände sind mehr als 33.000 Menschen begraben, die im Spanischen Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939 getötet wurden. Mit ihrem Vorschlag wollen die Experten der Gedenkstätte „einen neuen Sinn geben“, indem sie ihr „jede ideologische Bedeutung“ nehmen. Sie soll nach ihren Empfehlungen zu einem neutralen Ort des Gedenkens der Opfer des Bürgerkriegs werden.

In Spanien ist die Gedenkstätte, die unter Einsatz von Zwangsarbeit
tausender politischer Gefangener errichtet wurde, höchst umstritten. Die
sozialistische Regierung sorgte 2007 dafür, dass politische Kundgebungen auf dem Gelände verboten wurden. Das „Tal der Gefallenen“ war seit Jahren eine Pilgerstätte für Anhänger des Ex-Diktators, die sich dort an dessen Todestag einfanden.

Ob die Umbettung tatsächlich vorgenommen wird, ist offen. Die
sozialistische Regierung wurde am 20. November abgewählt; die neue
konservative Regierung hat das Thema nicht auf ihrer Tagesordnung. Sie versprach, sich stattdessen endlich um mehr Arbeitsplätze zu kümmern … (SAZ, AFP)