Staatsanwältin Olga Sánchez, die in Spanien als Anklägerin im Prozess um die islamistischen Anschläge in Madrid am 11. März 2004 bekannt geworden war, habe in der Eingangshalle der Generalstaatsanwalt eine Krippe mit Figuren aus ihrem eigenen Besitz aufgestellt, berichtete am Mittwoch die Zeitung "El Mundo". 

Darüber habe sich allerdings ihre Kollegin Pilar Barrero aufgeregt. 

Diese sehe durch ein derartiges religiöses Symbol den in der Verfassung festgeschriebenen "unkonfessionellen" Charakter des Staates in Frage gestellt, berichtete die Zeitung.

Mehrere Juristen argumentierten, die Weihnachtskrippe sei eher Ausdruck der kulturellen Tradition des Landes als ein religiöses Bekenntnis. 

Dennoch ließ der stellvertretende Chef der Generalstaatsanwaltschaft, Juan Martín Casallo, Maria, Josef und das Christkind schon wenige Stunden später entfernen.

In Spanien wird derzeit heftig über das Verhältnis zwischen Staat und Religion diskutiert. Gut 30 Jahre nach dem Ende der Franco-Diktatur, die den Katholizismus zur Staatsreligion erhoben hatte, sind katholische Symbole im öffentlichen Raum noch allgegenwärtig. 

Die sozialistische Regierung kündigte vor kurzem an, kommendes Jahr ein "Gesetz über die Religionsfreiheit" vorzulegen, damit keine Religion im öffentlichen Raum bevorzugt wird.

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