Spanair-Absturz: Triebwerke standen auf Umkehrschub

Laut "El País" fuhr es 500 Meter über den für den Start empfohlenen Punkt hinaus. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich eines der Triebwerke umgedreht hat – also auf Umkehrschub lief.

Der Mechanismus, bei dem die Stahlplatten die Luft nach vorne statt nach hinten pressen und so den Schub umkehren, soll bei der Landung eines Flugzeugs den Bremseffekt verstärken. Dadurch erklärt sich, dass sich das Flugzeug unmittelbar nach dem Abheben auf die rechte Seite geneigt hat.

Unklar ist jetzt noch, ob dies bereits beim Start der Fall war oder erst beim Absturz erfolgte. Mit anderen Worten: War es technisches oder menschliches Versagen. Wollte der Pilot den Startvorgang zuletzt abbrechen?

Laut "El País" zeigt das Video zudem, dass eine der Tragflächen zuerst auf dem Boden aufkam und das Flugzeug sechs Mal auf den Boden aufprallte, bevor es explodierte.

Die einzige Stewardess, die den Unfall überlebte, sagte: "Die Maschine hatte beim Abheben keine Kraft". Diese Beschreibung entspricht anderen Zeugenaussagen. Auch "El Mundo" berichtet, dass die Schubumkehr eingeschaltet war. Beide Blätter veröffentlichten ein Foto von einer Turbine, auf der die beiden Stahlplatten der Schubumkehr zu sehen waren.

NEWS: Ryanair-Maschine im Sturzflug: "Wir dachten, wir müssen sterben"

NEWS: 20 Menschen ertrinken vor Spanien – Boot war zu klein

NEWS: Pullacher Familie vollständig identifiziert

Können gar nicht alle Opfer identifiziert werden?

Die Maschine der Fluggesellschaft Spanair mit dem Ziel Gran Canaria war am Mittwoch kurz nach dem Start in Madrid verunglückt und in Flammen aufgegangen. 154 Menschen kamen ums Leben.

Laut Spaniens Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba sind 90 Leichen bislang identifiziert. Die Forensiker arbeiteten "Tag und Nacht". Es sei allerdings möglich, dass einige der Opfer nie identifiziert würden. In einigen Fällen seien die DNA-Proben in einem schlechten Zustand, daher sei die Identifizierung schwieriger als erwartet. 

Sechsjähriger Junge aus Krankenhaus entlassen – Frau fiel ohne Hoffnung auf Besserung ins Koma

Als erster Überlebender des Flugzeugunglücks hat ein sechsjähriger Junge das Krankenhaus verlassen. Roberto Alvarez Carretero ist am Montag aus dem Krankenhaus Ramon y Cajal entlassen worden. Die weiteren 17 Überlebenden des Unglücks bleiben weiter in Behandlung.

Auch der Zustand des zweiten überlebenden Kindes, ein achtjähriger Junge, verbessere sich. Der Zustand von zwei Verwundeten sei "sehr ernst", teilten die Behörden weiter mit. Eine 44-jährige Frau sei ins Koma gefallen und es gebe keine Aussicht auf Besserung ihres Zustandes.

NEWS: Angehörige fordern: "Sagt uns endlich die Wahrheit!" 

NEWS: Spanair-Panne in Málaga: 141 Urlauber in Angst und Panik 

NEWS: Flugzeugunglück: 31 Jahre alte Frau stirbt, jetzt 154 Tote 

NEWS: Feuerwehrmann rettet drei Kinder vor dem Tod

NEWS: Profitgier, Leichtsinn, Chaos: "Es war nur eine Frage der Zeit"

NEWS: Spekulationen gehen weiter: Welches Problem hatte der Pilot? 

NEWS: Letzte SMS aus Todesflieger: "Wir dürfen nicht aussteigen" 

NEWS: Experten rätseln: Welche Ursachen lösten den Absturz aus? 

NEWS: Profitgier, Chaos, Schlamperei: Spanair unter Druck 

NEWS: Flucht aus Todesflieger: "Die Maschine hatte kein Dach mehr"

NEWS: Schweigeminuten für die Opfer – nur nicht in Peking!

NEWS: Überlebende in Madrid: "Ich sprang einfach nach draußen"

NEWS: Flug in den Tod: "Die Maschine hätte nie starten dürfen!"

NEWS: Tragödie in Madrid: Das bange Warten der Angehörigen

NEWS: Verunglückte Spanair: Erster Start wurde von der Crew abgebrochen 

NEWS: 153 Tote, nur 19 überleben, Mediziner identifizieren Leichen

Foto: Ricardo Ricote/Flickr