Der zuständige Untersuchungsrichter Javier Pérez legte den drei Männern zur Last, nicht für eine korrekte Wartung der Maschine und auch nicht für eine ausreichende Ausbildung der Techniker gesorgt zu haben.

Bei den Beschuldigten handelt es sich nach Medienberichten vom Donnerstag um den Leiter der Spanair-Niederlassung auf dem Madrider Flughafen sowie um die Chefs der Abteilungen für Instandhaltung und Qualität. Ihnen wird fahrlässige Tötung in 154 Fällen zur Last gelegt.

Bisher hatte der Richter nur gegen zwei Techniker ermittelt. In einem kürzlich veröffentlichten Gutachten hatten Experten schwere Vorwürfe gegen das Wartungspersonal erhoben und Mängel bei der Ausbildung der Techniker aufgedeckt. Nach dem Expertenbericht hatte eine Serie von Fehlern zu dem Absturz geführt.

Die Piloten, die bei dem Unglück ums Leben kamen, hatten es versäumt, die Vorflügel und Klappen auszufahren, die der Maschine zum Start Auftrieb geben sollten. Sie hatten die Position der Klappen auch nicht überprüft. Obendrein fiel das Alarmsystem aus, das die Besatzung auf den Fehler hätte hinweisen sollen.

Bislang wurde wegen des Unglücks noch niemand vor einem Gericht zur Rechenschaft gezogen. Wann es zu einem Prozess kommen wird, ist nicht abzusehen. Die Spanair-Maschine vom Typ MD-82 war am 20. August 2008 auf dem Madrider Flughafen unmittelbar nach dem Abheben abgestürzt. 18 Menschen überlebten. Die Maschine sollte nach Gran Canaria fliegen.