Schießerei in Polop: Bürgermeister liegt im Sterben

So kann man sich kaum vorstellen, dass hier eine Schieβerei stattfindet, geschweige denn, gezielt auf den Bürgermeister geschossen wird, der seit Freitagabend mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus liegt. 

Was war geschehen?

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Freitag gegen 22 Uhr vor der Haustür von Bürgermeister Alejandro Ponsoda (PP). Ponsoda befand sich zu diesem Zeitpunkt im seinem Auto und wurde von einem oder mehreren Unbekannten angeschossen, die ihn an der Garageneinfahrt abgefangen hatten. Die Täter schossen ihm eiskalt ins Gesicht, eine Kugel traf den Bürgermeister in den Kopf. Bereits kurze Zeit später wurde Ponsoda ins Krankenhaus von Alicante eingeliefert, wo ihm in einer fünfstündigen Operation die Kugel aus dem Kopf entfernt werden konnte. 

Neben schweren inneren Blutungen weist er auch einen Streifschuss an der Oberlippe auf. Sein Zustand konnte sich zwar im Rahmen seiner schweren Verletzungen stabilisieren, Ponsoda befindet sich allerdings nach wie vor in Lebensgefahr.

Die Polizei hat zwischenzeitlich ein ausländisches Ehepaar festgenommen, das kurze Zeit später wieder auf freien Fuβ gesetzt wurden, weil ihnen nichts nachgewiesen werden konnte. Die Ermittlungen der Guardia Civil und der Polizei von Altea und Alicante laufen zur Stunde weiterhin auf Hochtouren. Mittlerweile werden erste Stimmen laut, dass es sich um Vergeltung handeln könnte und Auftragsmörder den Anschlag auf den Bürgermeister von Polop verübt haben könnten.

Ein mögliches Motiv: Enteignung

Der stellvertretende Bürgermeister Jaun Cano äuβerte sich gestern in einer Stellungsnahme über die Tatsache, dass Ponsoda vor einigen Tagen von einem britischen Ehepaar bedroht wurde, das von Enteignung spricht. Offenbar befindet sich ein Grundstück der bereits von der Polizei vernommenen Eheleute gegenüber vom Haus des Bürgermeisters. Ein Teil der Parzelle soll demnächst für den Bau einer Straβe in den öffentlichen Besitz übergehen. Das Ehepaar hat sich gegen die geplante “Enteignung” gewehrt und Ponsoda wiederholt gedroht. 

Die PP in Madrid gab an, dass es sich bei den “Drohungen” um keine konkreten Aussagen handelte, sondern vielmals um “Gesten”, die “Schlimmstes vermuten lassen können”.