Abu Dhabi (ots) –

Neue Mission zur Erkundung des Asteroidengürtels zwischen Jupiter und Mars wird mit Beteiligung des emiratischen Privatsektors durchgeführt – Fünf Jahre Flugzeit

Die Raumfahrtagentur der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat heute den Start einer neuen interplanetarischen Mission der Emirate angekündigt. Die Mission zielt darauf ab, die Fähigkeiten der aufstrebenden Nation in den Bereichen Raumfahrttechnik, wissenschaftliche Forschung und Erkundung weiter auszubauen und die Innovationen und Geschäftsmöglichkeiten im privaten Sektor des Landes zu fördern.

„Wir richten unseren Blick gen Himmel, denn unser Weg zu mehr Fortschritt und Entwicklung kennt keine Grenzen und Beschränkungen. Heute investieren wir in die künftigen Generationen“, sagte Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Oberhaupt von Dubai. „Mit jedem neuen Fortschritt, den wir in der Raumfahrt erzielen, schaffen wir neue Möglichkeiten für junge Menschen hier auf der Erde.“

Die neue Mission baut auf den Erkenntnissen und Erfahrungen der Emirates Mars Mission (EMM) auf und wird unter maßgeblicher Beteiligung emiratischer Privatunternehmen durchgeführt. Der Start ist für 2028 geplant. Vorrangiges Ziel ist es, den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zu erforschen. Aus diesem Gürtel stammen die meisten Meteoriten, die auf der Erde einschlagen.

Mohamed Bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi und stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate, sagte: „Diese neue Mission testet und erweitert die Fähigkeiten der jungen Emirati bei der Verwirklichung des Ziels, den Weltraum zu erforschen. Wir sind sicher, dass unsere talentierten ortsansässigen Ingenieure, Hochschul- und Forschungseinrichtungen, die bisher Quantensprünge bei der Entwicklung unseres Raumfahrtsektors gemacht haben, gut gerüstet sind, um diese gewagte neue Herausforderung anzunehmen.“

Die Raumsonde wird eine 3,6 Milliarden Kilometer lange, fünf Jahre dauernde Reise antreten. Dabei umkreist sie zunächst die Venus und dann die Erde. Anschließend erreicht sie die erforderliche Geschwindigkeit, um zu dem Asteroidengürtel zwischen Jupiter und Mars zu gelangen. Dabei führt sie Schwerkraftmanöver durch. Auf ihrer Flugbahn um die Venus wird sie sich der Sonne auf 109 Millionen Kilometer nähern, was einen erheblichen Wärmeschutz erfordert. Sie wird eine maximale Entfernung von der Sonne von 448 Millionen Kilometern erreichen Dies erfordert ein hohes Maß an Isolierung und den Einsatz des Raumfahrzeugs mit einem Minimum an verfügbarer Sonnenenergie.

Auf ihrer Reise wird sie sieben Asteroiden des Hauptgürtels erforschen. Für den Bau der Sonde wird das umfangreiche Wissen aus der Entwicklung der Emirates Mars Mission und ihrer Hope Probe genutzt, die derzeit den Mars umkreist und einzigartige Daten über die Zusammensetzung der Marsatmosphäre und deren Wechselwirkungen sammelt.

Sarah Al Amiri, Vorsitzende der VAE-Raumfahrtbehörde, sagt: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Entwicklung von Innovationen und wissenschaftsbasierten Unternehmen in den Emiraten beschleunigen. Dies ist nicht möglich, indem wir einfach so weitermachen wie bisher, sondern erfordert Vorstellungskraft, Vertrauen und die Verfolgung von Zielen, die über das normale Maß hinausgehen. Als wir mit der Emirates Mars Mission starteten, nahmen wir eine sechsjährige Mission in Angriff, die in ihrer Größenordnung etwa fünfmal so komplex war wie die Satelliten zur Erdbeobachtung, die wir damals entwickelten. Diese Mission ist etwa fünfmal komplexer als EMM“.

Die neue Mission wird Mitte 2028 ihre erste nahe Annäherung an den Planeten Venus vollziehen, gefolgt von einer nahen Umkreisung der Erde Mitte 2029. Der erste nahe Vorbeiflug an einem Objekt des Asteroidengürtels ist für 2030 geplant, wobei insgesamt sieben Asteroiden des Hauptgürtels untersucht werden sollen, bevor die Mission im Jahr 2033 auf einem 560 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Asteroiden landet. Damit werden die Emirate die vierte Nation sein, die ein Raumschiff auf einem Asteroiden landet.

Die Mission bringt umfangreiche Herausforderungen mit sich, die über die EMM hinausgehen. Dies vor allem im Hinblick auf den Entwurf und die technische Entwicklung des Raumfahrzeugs, die interplanetare Navigation und die Integration komplexer Systeme, die den Kommunikations-, Energie- und Antriebssystemen ein neues Höchstmaß an Leistung abverlangen sowie eine intensive Steuerung der Mission erfordern. Die genauen wissenschaftlichen Ziele und Instrumente, die bei der Mission eingesetzt werden sollen, werden Mitte 2022 bekannt gegeben.

Die Mission wird in Zusammenarbeit mit dem Laboratory for Atmospheric and Space Physics (LASP) an der University of Colorado, Boulder, entwickelt. Das LASP war bereits bei EMM der wichtigste Partner für den Wissenstransfer und brachte mehr als siebzig Jahre Erfahrung in der Konzeption und Entwicklung von Raumfahrzeugen und Instrumenten ein und half bei der Beratung, Schulung und Entwicklung des Teams aus emiratischen Ingenieuren, Softwareentwicklern und Wissenschaftlern, die an EMM gearbeitet haben und von denen viele auch bei der neuen Mission mitarbeiten werden.

Rund um die neue Mission werden von der VAE-Raumfahrtbehörde fünf Initiativen gestartet, um die Expansion des Raumfahrtsektors in den VAE zu beschleunigen:

– vollständig finanziertes Programm zur Gründung emiratischer Unternehmen im Raumfahrtsektor.
– Bevorzugter Zugang zu Verträgen und Aufträgen für die Mission für emiratische Unternehmen.
– Berufsbildungsprogramm zur Ausbildung junger Emiratis in den Bereichen Komponentenmontage und Raumfahrtsubsystemtechnik.
– Programm, das lokale und internationale Universitäten und Forschungszentren zusammenbringt, um an der Mission zu arbeiten, einschließlich LASP und Emirates University.

Bildmaterial und weiterführende Hintergrundinformationen finden Sie hier zum Download (https://www.dropbox.com/sh/ydsby8ds6w5fjns/AABNGcqMeccWtKmz3Ls6oPW1a?dl=0).

Über die Emirate im Weltraum

Die Reise der Emirate in den Weltraum begann 1997 mit dem Start des ersten Kommunikationssatelliten des Landes, Thuraya. Mit der Gründung des heutigen Mohammed bin Rashid Space Centre (MBRSC) und dem Beginn einer Partnerschaft mit dem südkoreanischen Unternehmen Satrec-I zum Wissenstransfer wurden die Emirate 2006 vom Satellitenbetreiber zum Entwickler von eigenen Satelliten. Nach der Entwicklung von zwei Erdbeobachtungssatelliten mit Satrec startete das MBRSC 2018 seinen ersten zu 100 % von Emiratern entwickelten und gebauten Satelliten, Khalifasat.

Im Jahr 2014 wurde die Emirates Mars Mission (EMM) angekündigt, die den Raumfahrtsektor der Vereinigten Arabischen Emirate durch die Bildung einer wissenschaftlichen Gemeinschaft und die Förderung der emiratischen Forschung und Innovation in den Bereichen Hochtechnologie und Weltraumwissenschaften revolutionieren und beschleunigen soll. Die EMM-Sonde Hope Probe soll das erste vollständige Bild des Marsklimas während des gesamten Marsjahres erstellen und die Marsumlaufbahn im Jahr 2021 erreichen, dem 50. Jahrestag der Gründung der VAE, die am 2. Dezember 1971 unabhängig wurden.

Die VAE-Raumfahrtbehörde wurde 2014 ins Leben gerufen, um den Raumfahrtsektor in den Emiraten zu organisieren, zu regulieren und zu unterstützen. Sie ist die Finanzierungseinrichtung hinter der EMM und der neuen Mission der Emirate zum Hauptasteroidengürtel.

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Quelle: ots