Megafusion: Caja Madrid und Bancaja gegen Immo-Blase

Nach Medienberichten vom Donnerstag erreichten die Branchenriesen Caja Madrid (Bild) und Bancaja eine vorläufige Vereinbarung über einen Zusammenschluss.

Mit der Fusion werde eine Finanzgruppe mit Aktiva in Höhe von rund 340 Milliarden Euro und damit die größte Sparkasse des Landes entstehen.

Die Bank von Spanien sei für den Zusammenschluss. Die Börsenaufsicht CNMV sei von beiden Instituten über den Schritt informiert worden. Die Gremien sollen die Allianz in der kommenden Woche absegnen.

Angesichts wachsender Finanzprobleme bei diesen Geldinstituten hatten erst Ende Mai vier Unternehmen ihre Fusion zum fünftgrößten Geldinstitut des Landes vereinbart.

Der Zusammenschluss von Caja Mediterráneo (CAM), Cajastur, Caja Extremadura und Caja Cantabria war bis dahin der größte in der Geschichte der spanischen Sparkassen. Zuvor musste in Spanien die regionale Sparkasse CajaSur mitten in der Schuldenkrise vor dem drohenden Bankrott gerettet werden.

Spaniens Banken leiden vor allem unter den Folgen einer Immobilienblase, in deren Folge tausende Wohnungen leerstehen. Viele Sparkassen haben unter steigenden Kreditausfällen in diesem Bereich zu leiden. Experten rechneten bereits seit längerer Zeit mit einer Fusionswelle.

Chef der neuen Großsparkasse soll der bisherige Chef der Caja Madrid, Rodrigo Rato , werden. Rato war früher Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) und unter dem konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar von 1996 bis 2004 Wirtschafts- und Finanzminister.

Sein Stellvertreter wird der Bancaja-Chef José Luis Olivas. Olivas bleibt zudem Präsident der Banco de Valencia, deren Mehrheit in Händen von Bancaja liegt. (dpa, SAZ)

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