Kunst und Krise: Steuersenkung in Spanien! “Kino, Theater und Musik könnten folgen”

Zur Wiederbelebung des von der Wirtschaftskrise stark in Mitleidenschaft gezogenen Kunstmarktes hat Spanien den Mehrwertsteuersatz im Kunsthandel von 21 auf 10 Prozent herabgesetzt. Man habe den Satz dem Niveau in anderen europäischen Ländern anpassen wollen, erklärte die stellvertretende Chefin der konservativen Regierung, Soraya Sáez de Santamaría, am Freitag in Madrid. Sáez de Santamaría stellte ähnliche Maßnahmen für Kino, Theater und Musik in Aussicht. Man wolle die Kultur in Spanien fördern und schützen, «und das ist ein erster Schritt», fügte sie hinzu.

Italien und Frankreich haben im Kunsthandel einen Steuersatz von zehn Prozent, in Deutschland müssen Galeristen, Händler und Auktionatoren sieben und in Belgien sogar nur sechs Prozent zahlen. «Die Unterschiede haben die Wettbewerbsfähigkeit des spanischen Kunstmarktes stark eingeschränkt», teilte das Finanzministerium mit.

Dabei hatte Madrid erst im September 2012 den Mehrwertsteuersatz für den Kunsthandel im Rahmen der finanziellen Sanierungsmaßnahmen von 8 auf 21 Prozent angehoben. Es gab viele Proteste, zahlreiche Galerien mussten schließen und auch große Häuser mussten den Gürtel enger schnallen. Das weltberühmte Prado-Museum, Touristenattraktion und eines der Wahrzeichen Madrids, musste seinen Jahresetat zwischen 2010 und 2014 von 47 auf 39 Millionen Euro herunterschrauben.