Krise treibt immer mehr Spanier nach Deutschland! “Fördermittel für Deutschkurse und Umzug”

Bis Ende März hätten 6300 Ausbildungsbewerber und 2600 Fachkräfte vorwiegend aus Spanien Fördermittel für Deutschkurse und den Umzug nach Deutschland beantragt. Das sind deutlich mehr als die Bundesagentur für dieses Jahr erwartet hatte.

«Ursprünglich hatten wir nur mit ein paar hundert gerechnet», räumte eine BA-Sprecherin am Montag ein. «Uns haben einfach die Erfahrungswerte gefehlt.» Der Andrang bringt inzwischen Bundesagentur und Bundesregierung in eine finanzielle Klemme: Die 2014 für das sogenannte MobiPro-EU-Programm von Berlin bereitgestellten 48 Millionen Euro seien weitgehend ausgeschöpft. Die BA-Sprecherin bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

2300 ausbildungswillige Südeuropäer und 160 Fachkräfte aus Spanien, Italien, Serbien und Griechenland würden derzeit auf später vertröstetet. Ihre Anträge würden zurückgestellt, bis die weitere Finanzierung des Programms geklärt sei, heißt es auf der Internetseite des Programms. Junge Südeuropäer, deren Antrag bereits bewilligt sei, bräuchten hingegen nicht um die Förderung zu bangen.

Derzeit nähmen 3474 ausbildungswillige Südeuropäer und 1307 Fachkräfte an dem Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit teil. Finanziert wird es aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Gefördert werden nach Bundesagentur-Angaben unter anderem Deutschkurse im Heimatland, Reisekosten zur Bewerbung in Deutschland, Umzugskosten und Zuschüsse zum Lebensunterhalt während der Ausbildung.

Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag die Jugendarbeitslosigkeit in den Euro-Ländern am Jahresende 2013 bei 23,8 Prozent. Insgesamt 3,5 Millionen junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren waren somit ohne Job.

Überproportional betroffen waren junge Leute in den südeuropäischen Krisenländern. In Griechenland lag die Quote im Oktober 2013 bei 59,2, in Spanien bei 54,3 Prozent. Deutschland weist mit einer Quote von 7,4 Prozent EU-weit den niedrigsten Wert auf.