Koch abgestürzt: “Hessische Verhältnisse” in Hessen

Koalition aus CDU und FDP hat keine Mehrheit

Die SPD erklärte sich zum Sieger, konnte aber selbst den historisch eingebrochenen Roland Koch nicht überflügeln und musste zudem erdulden, dass die Links-Partei in den Landtag einzog.

Die FDP holt zwei Mandate mehr als die Grünen, aber es reicht trotzdem nicht zur Koalition mit der CDU – den Bürgern in Hessen steht damit ein quälender Prozess der Regierungsbildung bevor, im wahrsten Sinne des Wortes „hessische Verhältnisse“.

Was das für die deutsche Innenpolitik insgesamt bedeutet, muss sich zeigen, der seit Monaten, vielleicht Jahren gefühlte Linksruck der Republik bekommt langsam aber sich auch in den Ländern Gesicht. Denn auch in Niedersachsen konnte die Linkspartei unter dem Triumpfgesang Gregor Gysis in den Landtag einziehen. Die Linke (gemeint war die PDS) ist nun nicht mehr nur eine Ostpartei, jubelte er, die Rechnung mit Oskar Lafontaine ist aufgegangen. Umso befremdlicher die Bilder des jubelnden SPD-Chefs Kurt Beck, der seine Partei zum Sieger des Abends erklärte.

CDU in Zukunft mit anderen Wahlkampfthemen

Die CDU hat bereits Konsequenzen aus dem mit Jugendkriminalität und Ausländerrecht spielenden Wahlkampf Roland Kochs in Hessen gezogen und will künftig soziale Themen stärker betonen – und sich in leiseren Tönen üben. Das führte sie in Niedersachsen zum Erfolg, wo Christian Wulff mit der FDP wie gehabt bequem regieren kann.