Justizchaos in Spanien: 270.000 Urteile nicht vollstreckt

Unglaubliche 269.450 Urteile aus den Strafgerichten Spaniens können zur Zeit nicht vollstreckt werden.

Grund laut einem Bericht der Zeitung El Mundo: Entweder fehlen die Mitarbeiter, um die Urteile in die Tat umzusetzen, oder die Angestellten in den Gerichten sind einfach zu schlecht ausgebildet und wissen gar nicht, was nach einem Urteilsspruch zu tun ist. Zudem fehlt ein computergestütztes Überwachungssystem, um die Abläufe zu koordinieren. Das ist das Ergebnis einer offiziellen Untersuchung der Justiz.

Die Daten wurden aufgearbeitet, nachdem zuletzt der Fall der kleinen Mari Luz Cortés für Wirbel sorgte. Ihr mutmaßlicher Mörder war bereits wegen Missbrauchs verurteilt, aber nie ins Gefängnis gesteckt worden. Die Justiz hatte ihn schlicht vergessen, Richter und Justizmitarbeiter streiten immer noch um die Verantwortlichkeiten.

In Freiheit missbrauchte er ein weiteres Mädchen, kam aber als "Ersttäter" mit einer Bewährungsstrafe davon. Schließlich musste Mariluz sterben, die Regierung entschuldigte sich für die schlimme Pannenserie.

Die meisten Urteile, rund 56.000, sind derzeit in Katalonien offen, gefolgt vom Land Valencia (40.000) und Madrid (37.500).

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