“Hört endlich auf!” Schwere Kritik an Maddies Eltern

Der Vorsitzende der portugiesischen Polizei-Gewerkschaft, Carlos Anjos, sagte im portugiesischen Radio 4: „Maddies Eltern haben mit ihrer internationalen Anzeigen- und Medien-Kampagne ein wahres Monster geschaffen, das nun außer Kontrolle geraten ist.“

Anjos: „Was die Eltern damit angerichtet haben, ist unbeschreiblich. Sie haben die Suche nach enorm Madeleine erschwert und zu keinem Zeitpunkt dazu beigetragen, ihrer Tochter zu helfen. Ich kann die Eltern nur bitten, endlich damit aufzuhören.“

Das Hauptproblem laut Anjos ist, dass sich die öffentliche Meinung mittlerweile gegen Maddies Eltern richtet, dass ihnen kaum noch jemand glauben mag. 

500.000 Euro für Anzeigen und Poster – aber die Menschen stumpfen ab

Ein Mitarbeiter der Polizei, der ungenannt bleiben möchte, sagte der Daily Mail: „Seit sechs Monaten hämmern sie Aufrufe und immer neue Anklagen gegen die Polizei unter die Bevölkerung, es mag doch niemand mehr hören. Selbst in Portugal, wo sie anfangs viele Freunde hatten, mag ihnen niemand mehr helfen.“ Traurig, aber wohl wahr: Maddie sei so zu einem „Symbol für etwas Hässliches und Falsches geworden.“ Statt Mitleid errege ihr Bild und vor allem das ihrer Eltern mittlerweile Widerwille.

Der Polizist: „Anfangs sah ich die Leute mit Tränen in den Augen, nachdem sie ein Bild von Maddie sahen. Sie haben richtig nach ihr gesucht. Heute ist es ihnen gleichgültig, die Kampagne hat die Menschen abgestumpft.“

Die Berater von Kate und Gerry McCann haben den Eltern stets eingeredet, wie wichtig es sei, ihre Tochter im öffentlichen Fokus zu halten. Von den rund 1,4 Millionen Euro Spendengeldern, die für die Suche nach Maddie eingesammelt wurden, haben die McCanns seit Juni etwa 500.000 Euro für Anzeigen und Plakate ausgegeben.

Der Sprecher der McCanns, Clarence Mitchell, rechtfertigte die Medienkampagne: „Wir haben unser Bestes getan, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass Maddie irgendwo da draußen ist und möglicherweise noch am Leben. Und dass wir ihre Hilfe brauchen. Je mehr Leute davon wissen, desto besser.“

Die portugiesische Polizei, die es gewohnt ist, ohne Publicity zu arbeiten, hatte sich stets gegen die Medienkampagnen der McCanns gewandt. Ihr Vorwurf: Die Veröffentlichung immer neuer Details, darunter der Augenfleck Maddies, habe das Kind in Lebensgefahr gebracht, weil es den oder die Entführer immer weiter in Bedrängnis bringen könnte, so Polizeiquellen.